The Sounds - Crossing The Rubicon - Cover
Große Ansicht

The Sounds Crossing The Rubicon


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum Glück gibt es auch lichtere Momente auf dem Album.

Jetzt mal ehrlich, Hand aufs Herz: So euphorisch man bei den Konzerten der schwedischen Band The Sounds „Painted By Numbers” auch mitgesungen hat und sich anschließend zu Hause noch einmal ihr Album „Dying To Say This To You” (2006) angehört hat: So richtig geil sind die Studioaufnahmen nicht wirklich. Eigentlich hatte „Living in America“ (2002) doch auch mehr durchschnittliches zu bieten als die richtig fetten Partykracher, oder? Und ob sie es wollen oder nicht: Live funktionieren The Sounds nunmal als Partyband, bei der man mitsingt, mittanzt, mitlacht und das hübsche Mädchen in den Hotpants noch einmal genauer unter die Lupe nimmt. Da erscheint es einem doch als eigenartige Entscheidung der Band, mit „Crossing The Rubicon“ ernsthaftere Töne anzuschlagen und tiefer in New Wave Gefilde vorzudringen.

Natürlich bleiben die Songs von Maja Ivarsson (Gesang), Felix Rodriguez (Gitarre), Johan Bengtsson (Bass), Jesper Anderberg (Keyboard, Synthesizer) und Fredrik Nilsson (Schlagzeug) catchy as hell, drücken dem Hörer die Melodien mit einem Presslufthammer ins Ohr und stopfen das selbige anschließend mit Zement zu, damit sie auch ja dableiben. Bei Liedern wie „Dorchester Hotel“ zum Beispiel funktioniert das ganz hervorragend. Einen dicken Fehler machen sie aber doch, wenn sie viel stärker noch als auf früheren Alben dem Keyboard mehr Spielraum geben. Waren bei Liedern wie „Song With A Mission“ die elektronischen Klänge noch eher nettes Beiwerk, so bestimmen die Tasteninstrumente hier die Lieder. Ganz bitter ist zum Beispiel der Beginn von „My Lover”, dessen erste Sekunden so billig klingen wie eins von diesen vorgefertigten Keyboardsamples. Das ist dann schließlich auch das Problem, an dem das gesamte Album krankt: Beim Zwischenstück „Crossing the Rubicon“ wird der mehrstimmige Gesang von dicken Hallsounds zugekleistert, sodass alles nur noch nach einem künstlichem Gebräu klingt.

Hinzu kommen peinliche Fehltritte seitens Ivarsson, die in „Beatbox“ beispielsweise folgende Nichtigkeiten von sich gibt: „So turn it up and break it down / Come on bring that beatbox back / Tell me do you feel it?“. Man wünscht sich einfach den rockigen Charme zurück, der die Band ausgemacht hat. Nicht, dass die elektronischen Stücke von vornherein abzulehnen seien, aber die Band kann offensichtlich einfach nicht so recht damit umgehen, wodurch sich vieles auf „Crossing The Rubicon“ letztendlich in vollkommmener Belanglosigkeit wiederfindet („Goodnight Freedy“) und einfach viel zu brav und zuckersüß anmutet („Midnight Sun“). Zum Glück gibt es aber auch lichtere Momente: Wenn zum Beispiel beim bereits erwähnten „Dorchester Hotel“ Gitarren und Keyboards ein angemessenes Miteinander finden und sich ein klasse Refrain herausschält oder „The Only Ones“ als Pianostück überrascht. Insgesamt lässt sich zum „Crossing The Rubicon“ jedoch nicht viel Gutes sagen. Man hält sich vorerst also lieber nur noch an die Konzerte von The Sounds. Denn egal, ob das Mädchen auf der Bühne nun über eine verloren gegangene Liebe singt oder nicht, getanzt und gegrölt wird auf dem nächsten Festival trotzdem.

Anspieltipps:

  • Dorchester Hotel
  • The Only Ones
  • Home Is Where The Heart Is

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „The Sounds“
comments powered by Disqus