Kensington Road - A Story From Somewhere In Between - Cover
Große Ansicht

Kensington Road A Story From Somewhere In Between


  • Label: E-Lane Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Symptom für die kränkelnde Musikszene ist sicher die Überflutung des Marktes mit zweit- und drittklassigen Veröffentlichungen. Aus diesem Grund wird es für den geneigten Käufer immer schwerer, qualitativ hochwertige Musik aus dem überbordenden Angebot herauszufiltern. Gleiches gilt für die Musikpresse, die tagtäglich mit – man muss es so deutlich sagen – Müll in CD-Form überhäuft wird, gefolgt von nervtötenden Promotern, die ihre – Entschuldingung! – Scheißthemen vermarkten müssen. In solchen Momenten möchte man das ganze Business nur noch verteufeln. Doch zum Glück gibt es die berühmten Ausnahmen von der Regel – wie z.B. das Debütalbum der Band Kensington Road.

Schon mit den Klängen des Openers „Leave this town“ können Kensington Road den Hörer mit pianogefärbtem College-Rock á la Five For Fighting gefangen nehmen. Der von wuchtigen Piano- und Gitarrenklängen angetriebene und von einer traumhaften Melodie eingerahmte Song, lässt nur einen Schluss zu: Diese Band muss aus den USA kommen. Aber nichts da! Die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass die fünf Herren von Kensington Road – Stefan Tomek (Gesang, Gitarre), Kosh (Bass), Felix Kruse (Drums), René Lindstedt (Gitarre) und Michael Pfrenger (Piano, Orgel) – aus Berlin stammen.

Nicht schlecht! Denn auch die übrigen Songs des Quintetts klingen nach internationalem Niveau und nicht nach müden Aufgüssen längst vergangener Zeiten. Dies mag vielleicht daran liegen, dass Mastermind Stefan Tomek für einige Zeit in Kanada gelebt hat. Auf jeden Fall muss schon mal positiv festgelegt werden, dass die Band nicht wie die x-te Deutschrockkapelle aus den Boxen metzgert, sondern einen Hauch von Sehnsucht, Weite und Romantik der großen weiten Welt verströmt. Zudem sorgte Produzent Kai Schwerdtfeger dafür, dass das Album einen anständigen Sound hat und nicht nach einer budgetschwachen Indie-Aufnahme klingt, auch wenn sich die Band noch kein Orchester zur Untermalung ihrer Songs leisten kann und ein Synthesizer dafür herhalten muss.

All dies führt dazu, dass sich „A Story From Somewhere In Between” im Fahrwasser von Indie-Pop und College-Rock mit vielen herausragenden Songs angenehm ins Gehör schmeichelt und durchweg starkes Songwriting bietet. Doch Obacht! So ähnlich fing auch die Karriere von Reamonn an und wir haben alle vor Augen (oder besser: in den Ohren), was daraus geworden ist. Also bitte so weitermachen und trotzdem erfolgreich werden!

Anspieltipps:

  • Satellite
  • Leave this town
  • Long time home
  • Black haired girl
  • No more lovesongs
  • Bottom of the ocean

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
5/10

Mints
  • 2017    
Diskutiere über „Kensington Road“
comments powered by Disqus