UFO - The Visitor - Cover
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UFO The Visitor


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass viele Rockbands auch im „höheren“ Alter immer weiter für Temperaturanstieg in großen Hallen und für Luftgitarrensoli im Schlafzimmer sorgen, ist keine Seltenheit.

AC/DC haben gar keine Welle zusammen mit Metallica losgeschlagen. Dass viele Rockbands auch im „höheren“ Alter immer weiter für Temperaturanstieg in großen Hallen und für Luftgitarrensoli im Schlafzimmer sorgen, ist keine Seltenheit. Diese These wird dadurch unterstützt, dass die 1969 gegründete Rockband UFO dieses Jahr ihr 20. Album herausbringt. Es geht halt „weiter, immer weiter“, wie schon Olli Kahn so schön bemerkte. Ganz in diesem Zeichen erfinden sich die Briten auch nicht neu, sondern arbeiten mit den Stärken, die sie sich im Laufe der Jahre angeeignet haben und welche sie auch zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

Zwar ergötzt man sich auf „The Visitor“ nicht an der Originalbesetzung von ’69, da Bassist Pete Way an einer Lebererkrankung laboriert. Dafür ist ein weiterer Gitarrist mit „Vinnie Moore“ ins Boot geholt worden, der für ein breites Spektrum an rocktypischen Riffs zuständig ist. So wirkt UFO diesmal sehr auf Gitarre getrimmt, was aber nichts Schlechtes sein muss. Gleich „Saving Me“ zeigt, wie das Album funktionieren soll. Kernige Riffs und die kantige Stimme von Phil Moggs lassen ein Rockgefühl entstehen, wie es im Bilderbuch steht. Viele Soli und Details würzen das rockige Gesamtbild und am Ende ist dem Opener nur vorzuwerfen, dass er ein wenig zu lang ist. Denn irgendwann wird der noch so schöne Riff langweilig. Ein starker Beginn mit wenigen Schwächen.

Diese Reminiszenz an das letzte Jahrzehnt des Rocks, das sich fröhlich und frisch auch in diesem Jahrzehnt oft und gerne präsentiert, wird das gesamte Album gehalten. Zwar wird es auch mal psychedelisch und entspannt bei Liedern wie „Living Proof“, das Gesamtbild jedoch bleibt dem einfachen, geradlinigen Rock des Intros verschrieben. Wer den Beginn also mochte, wird sich mit dem Silberling schnell anfreunden, wer allerdings auch nach wirklicher Eigenheit der Tracks sucht, wird ein wenig enttäuscht sein. Da die herausstechenden Lieder fehlen und so „nur“ ein gutes Rockalbum im Kopf bleibt, welches man jederzeit abspielen kann, sich allerdings nie hochgradig auf besondere Perlen freut. Der Saft ist zumindest noch lange nicht alle bei UFO.

Anspieltipps:

  • Saving Me
  • Living Proof
  • Rock Ready

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