Molotov Solution - The Harbinger - Cover
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Molotov Solution The Harbinger


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wirkliche Innovationen gab es im Death-Metal-Sektor in den letzten Jahren eher wenige. Abgesehen von einigen bescheuerten Genrekreationen, die lediglich die Unfähigkeit der einzelnen Bands griffige Songs zu schreiben kaschieren sollte, waren es meist altbekannte Trademarks, die ein weiteres Mal aufgewärmt wurden oder wenigstens eine kleine Kurskorrektur verabreicht bekamen, die jedoch nicht immer auf viel Gegenliebe gestoßen sind. Die angekündigten Sensationen blieben aus, sodass man auf etwas ältere Haudegen wie Vomitory („Carnage euphoria“), God Dethroned („Passiondale“) oder Obscura („Cosmogenesis“) vertrauen musste um sich in klassischer Manier standesgemäß die Ohren durchputzen zu lassen.

Da der Trend aber ohnehin immer nach extremeren Mitteln schreit, waren es vor allem die druckvollen Deathcore-Truppen, die 2008 und im ersten Halbjahr 2009 die künstlerische Wende hin zu mehr Kreativität schlagen sollten. Dieses Unterfangen gipfelte zwar nicht immer in bedingungslose Meisterwerke, aber vorschlaghammererprobte Todesblei-Kapellen wie Job For A Cowboy, Whitechapel oder All Shall Perish schafften es zumindest die Spielfreude auch in einige hinterhältige, musikalische Foltermaschinen zu kanalisieren, die selbst gestandene Genre-Liebhaber aus den Socken kippen ließ. Mit Molotov Solution befindet sich nun eine weitere vielversprechende Truppe im Angriff und legt mit ihrem dritten Werk „The harbinger“ eine ausgesprochen brutale, wie auch stets nachvollziehbare Granate hin.

Schon beim Eröffnungsdreier „Warlords“, „Rule by secrecy“ und „Only the dead“ flitzen Robbie Pina und Sims Collison völlig unbekümmert über ihre Äxte, lassen sich von Nick Arthurs tief gestimmten Organ vorbildlich über diverse Tempohürden, groovige Seitenwege und einige Melodic Death-Anleihen scheuchen, während Bassist Kevin Oakley und Drummer Jeremy Johnson dem technischen Aspekt eine basslastige Note verleihen, die aufgrund der donnernden Abmischung jedes Hochhaus in Schutt und Asche legen dürfte. Für eine völlige Dröhnung Molotov Solution sollte man jedenfalls ein abgeschiedenes Haus am Land suchen, da nicht nur einmal die Erde unter dem Kommando des stark in Anspruch genommenen Subwoofers zu beben beginnen wird.

Leider hat diese bedingungslose Prügelei einen Preis und „The harbinger“ hält trotz progressiven Rhythmuswechseln und einer perfekt aufeinander abgestimmten Groove-Abteilung in der zweiten Albumhälfte den Erwartungen nicht stand und ergießt sich in einigen Wiederholungen, die zwar überschaubar bleiben, aber einige Songs lediglich auf leicht gehobenen Durchschnitt hieven. Trotzdem bleibt die dritte Langrille des Fünfers die perfekte Möglichkeit anstatt sich auf irgendeinem Festival inmitten schwitzender Körper in den Moshpit zu begeben dies in den eigenen vier Wänden auf seiner Wohnzimmereinrichtung auszuprobieren. Macht möglicherweise nicht ganz so viel Spaß, wenn einem unbarmherzig im Stakkato Riffs, Growls und ein Doublebass-Gewitter um die Ohren fetzen, interessiert das aber sowieso niemanden.

Anspieltipps:

  • Warlords
  • Atrum Inritus
  • Corpus Imperium
  • Monolithic Apparatus

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