Cursive - Mama, I´m Swollen - Cover
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Cursive Mama, I´m Swollen


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Mama, I’m Swollen“ ist eine wahre Initialzündung für Hirn, Gehör und Herz.

Dann gib den Kindern doch endlich ihre verdammten Kühlbeutel! Das möchte man der Mama der angeschwollenen Indie-Rocker von Cursive am liebsten zurufen. Dabei ist es doch wirklich nicht so schlimm. Die Saddle Creeker um Tim Kasher präsentieren auf „Mama, I’m Swollen“ wieder einmal gewohnt Ungewohntes.

Zumindest für all diejenigen, die einen guten Song von je her und ausschließlich nach der altbewährten Verse-Refrain-Bridge-Verse-Formel bewerten. Diese Menschen können genau ab jetzt das Lesen dieses Textes einstellen! Sowieso ist es zu bezweifeln, dass jene Musikfreunde überhaupt schon einmal musikalische Häppchen von der Band aus Omaha zu Gehör gereicht bekamen. Unter der Leitung von Mike Mogis und mit neuem Schlagzeuger im Hintergrund reicht die stilistisch-musikalische Spannbreite ihres neuen Albums wieder von sanft getragen bis immer drauf auf die zwölf. Das rockt und klingt gleichermaßen wie die gezähmte Indiekarnation des kleinen Stiefbruders von Brand New und Thrice.

Das mit unbeschwerter Melodie und anstachelndem Rhythmus bestechende „From The Hips“ überzeugt wie auch die meisten anderen der zehn neuen Songs. Mit einer ausnahmslos abwechslungsreichen und spannende Instrumentierung sowie ausgeklügelten Arrangements in denen sich auch immer wieder Bläser, Streicher oder Tasteninstrumente wohlwollend verirren. Sei es beim wirbelnden Opener „In The Now“, der von Null auf Hundert durch die Blutbahn zuckt, dem Britrockigen und mit orchestralen Tönen geschwängerten „I Couldn’t Love You“ oder dem ausufernden Höhe- und zugleich auch Schlussakt des Albums „What Have I Done?“.

Auf das Abschwellen der sperrigen Elemente in ihrer Performanz wartet man auch auf ihrem neuen Album vergebens. Manchmal scheinen Cursive kurzzeitig selbst den Überblick anhand ihrer unzähligen Melodiengänge, rhythmischen U-Turns und mannigfaltigen Instrumentenorgien aus den Ohren zu verlieren. Aber nur kurz. Dann sind sie sofort wieder da und sorgen mit „Mama, I’m Swollen“ für eine wahre Initialzündung für Hirn, Gehör und Herz.

Anspieltipps:

  • In The Now
  • I Couldn’t Love You
  • Let Me Up
  • What Have I Done?

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