The Ocean - Fluxion (Re-Release) - Cover
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The Ocean Fluxion (Re-Release)


  • Label: Pelagic Records/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Bands mit ihren Frühwerken unzufrieden sind, kommt manchmal einige Jahre später ein neuaufgelegter Re-Release mit Bonusmaterial und Liner Notes, dem meist der Geruch von schnellem Geld anhaftet. Handelt es sich dabei allerdings um das Kollektiv The Ocean und deren zweites Opus „Fluxion“, das erstmals im August 2004 erschienen und schon länger vergriffen ist, sieht die Sache schon wieder anders aus. Angestachelt vom großartigen Erfolg des Meisterwerks „Precambrian“ (11/2007) ruft die mehrköpfige Musikertruppe daher ein eigenes Label namens Pelagic Records ins Leben und beginnt als erste Veröffentlichung den Bruder des ein Jahr später in die Welt entlassenen „Aeolian“ (11/2005) komplett neu zu überarbeiten.

Diese liebevolle Restauration geht allerdings so weit, dass nicht nur das vorhandene Material soundtechnisch aufpoliert, sondern die komplette Scheibe mit dem derzeitigen Sänger Mike Pilat neu eingespielt und zudem ein enormer Aufwand für das Booklet betrieben wurde, das nun mit anderem Artwork und überarbeitetem Inhalt glänzt und der rein im Bezug auf die Optik sehr opulenten 2007er Veröffentlichung damit in nichts nachsteht. Da die Kompositionen an sich natürlich nicht abgeändert wurden, krankt die Platte weiterhin an denselben Unstimmigkeiten wie damals schon, selbst wenn das neue Material einen wesentlich stimmigeren Eindruck zur Ur-Version hinterlässt. Mit anderen Worten ausgedrückt hat das Kollektiv damals schon die richtigen Fragen bezüglich ihrer Version von progressivem Metal gestellt, doch die richtigen Antworten haben sie noch nicht zur Gänze gefunden.

Die heftigen Hardcore-Eruptionen, sowie der doomige Grundton und die allgemeine Post Metal-Atmosphäre klingen sehr roh und wenig versöhnlich und auch die brachiale Instrumentierung zieht in punkto Feinfühligkeit und epischer Weitsicht im Vergleich zu „Precambrian“ den Kürzeren. The Ocean schaffen aber trotzdem einen packenden Spannungsbogen, bei dem Weghören fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, obwohl die ungezügelte Seite des Acts aufgrund sehr selten eingewobener Ruhephasen ziemlich bockig und sperrig daherkommt. Die später stärker in den Gesamtkontext mit einbezogenen Streicherteppiche und das überhaupt breiter angelegte Instrumentarium gibt es zwar schon hier, wirklich ausgeprägt und perfekt dargeboten präsentieren es The Ocean jedoch erst zwei Alben danach. Fazit: Durch das selbst für Besitzer der Erstveröffentlichung interessante, weil abgeänderte Klangerlebnis und der aufwändigen Neugestaltung von Booklet und Cover ist der Re-Release von „Fluxion“ trotz einiger Makel im Soundgefüge eine der wenigen Platten, die man gerne doppelt im Regal stehen hat.

Anspieltipps:

  • Isla Del Sol
  • The Human Stain

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