Paul Van Dyk - Volume: The Best Of - Cover
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Paul Van Dyk Volume: The Best Of


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 182 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Paul van Dyk ist Radiomoderator, DJ, Produzent, Labelbesitzer und Remixer. Dass er 1989 aus der damaligen DDR in den Westen flüchtete, dürfte dagegen nicht so bekannt sein. Im Genre Trance/ Dance gilt er als einer der bekanntesten Köpfe, der neben fünf eigenen Alben auch für unzählige bekannte Künstler Remixe fertigte. Nach 15 Jahren im Musikbusiness scheint es an der Zeit, eine „Best of“ seiner besten Tracks vorzulegen und wie es sich für einen DJ und Mixer gehört, bekamen die Songs teilweise einen neuen musikalischen Anstrich verpasst. Die Bonus-CD enthält dann seine bekanntesten Remixe für Songs fremder Künstler.

Wie viele Genre-Kollegen verpflichtete der DJ Sängerinnen und Sänger als Gäste, die seinen Songs ihre Stimme liehen. Rea Garvey von Reamonn oder Peter Heppner sind nur zwei Beispiele, die mit prägnanter Stimme ein musikalisches Zeichen setzen. Es gibt einige gute Songs zu hören, die das House/Trance-Gewerbe auch in die Charts spülte: „Let Go“ mit Rea, „Nothing but you“ oder „We are alive“ mit Jennifer Brown beförderten Paul van Dyk in die erste Reihe der erfolgreichsten elektronischen Musikmacher.

Die einzige deutschsprachige Eigenproduktion „Wir sind wir“ überzeugt dabei leider nicht, denn neben dem etwas bemühten Text, bleibt die Musik seltsam ruhig und gar nicht typisch Paul van Dyk, sondern tendiert eher zu Heppners sehr sanften Electro-Popsongs. Dabei fällt bei den eigenen Songs schon schnell auf, dass bis auf die genannten Ausnahmen der Erfindungsreichtum was die musikalische Abwechslung angeht, begrenzt ist. Schnelle Beats, markante Gaststimme und sonst einfach nur „House“ oder „Trance“-typische Klänge, die sich bewusst wiederholen, erfreuen den geneigten Fan wahrscheinlich sehr, aber für alle anderen Hörer stellt sich die Frage, warum diese Musikrichtung doch so gleichförmig klingen muss.

Sicherlich besitzt Paul van Dyk seine Verdienste und Erfolge, doch ein wenig mehr Kreativität und Ideen wünscht man diesem Genre bald mal wieder. Für die Autofahrt im Cabrio mit entsprechender Lautstärke scheint die Musik gut geeignet, doch musikalischen Tiefgang muss man wohl woanders suchen. Die Remixe auf der zweiten CD können diesen Gesamteindruck leider auch nicht ändern, da van Dyk die fremden Tracks durch eine wabernde bis dumpfe Beatlandschaft schickt, welche nicht wirklich fesseln kann, sondern durch eine Endlosschleifen-Tendenz negativ auffällt.

Es bleibt die Erkenntnis, dass die elektronischen Werke von Paul van Dyk als Singles - mit ein wenig Popmusik angereichert - zeitweise gefallen, doch auf Albumlänge nur sehr wenig Abwechslung bieten.

Anspieltipps:

  • The other side
  • Nothing but you
  • We are alive

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