GPKISM - Atheos - Cover
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GPKISM Atheos


  • Label: Darkest Labyrinth
  • Laufzeit: 67 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band GPKISM wurde Anfang 2007 von dem australischen Sänger GPK (Gothic Prince Ken) ursprünglich als Soloprojekt gestartet. Im Laufe des Jahres kamen jedoch Gitarrist Kiwamu (Ex-BLOOD) und Ryonai (Synthesizer) dazu. Die erste EP „Sublimis“ wurde im Januar 2008 veröffentlicht, der erste Liveauftritt folgte im April 2008. Von da an machten sich GPKISM vor allem in Japan, Australien und USA als hervorragende Live-Band einen Namen.

Mit „Atheos“ liegt nun der erste Longplayer vor. Alle Songs darauf sind auf Altgriechisch betitelt, was dem einen oder anderen Hörer vielleicht verstören wird. Bedenkt man allerdings, dass „Requiem For A Fallen Angel“-Konzept, entwickeln sich automatisch Assoziationen zum Altgriechischen. Die Texte, die von manchen vielleicht als Gothic-Kitsch, von anderen aber als romantische Lyrik bezeichnet werden dürften, sind alle auf Englisch geschrieben.

„Immaculatus“ beginnt mit einem 40sekündigen Keyboad-Spinett-Intro, bis dann ein Techno-Rhythmus (keine Angst, Scooter sind weit entfernt...) einsetzt und schließlich Gitarre und Gesang hinzukommen. Dies klingt nach einem merkwürdigen Stilmix, erstaunlicherweise funktioniert er hier jedoch (noch) sehr gut. Besonders hervorzuheben sind die kurzen Spinett-Soli, die dem an sich modernen Sound eine interessante Note geben. Weiter geht es mit „Thanathosis“, also dem „Totstellen“, und genau das passiert hier nicht! Im Gegenteil, ein Dancefloorkracher, der zumindest in J-Rock- und Gothic-Discos bestens funktionieren dürfte. Doch offenbart sich bereits bei diesem Lied das Problem, das die CD weitgehend durchzieht: Schon die ersten beiden Songs sind nach identischem Strickmuster (Klassik, dann Techno-Intro, dann der Rest) komponiert. Dies gilt nicht gerade für wenige Tracks, so dass sich nicht immer erschließt, welches Lied gerade läuft. Zudem ist die Abmischung z.B. bei „Thanathosis“ oder „Illuminatum“ höchst seltsam, da der Gesang recht weit hinter dem technoiden Gestampfe liegt. Anders ist dies wiederum bei den drei Instrumentals, welche durch das Keyboard-Orchester und das Spinett einen geradezu in das Barockzeitalter versetzen.

Nach Songs, die mal überzeugen („Ultimatus“) oder auch nur nerven („Illuminatum“), beginnt bei „Abaddon“, übersetzt „Abgrund“, der starke Teil des Albums. Plötzlich wird die Rhythmik variiert und der Standard von 145 BPM wird deutlich nach unten gedrosselt. Zudem zeigt GPK, dass er auch seine Stimme auf verschiedene Tonhöhen legen kann und die klassischen Elemente werden nicht mehr vom Rhythmus unterdrückt. Auch wenn man hinter dem Titel anderes vermutet, hier erklingt die mit Abstand fröhlichste Melodie und auch textlich wird das Requiem für einen gefallenen Engel hier erstmals auf eine positive Blickrichtung geschoben. Auffallend ist vor allem, dass man sich diesen Titel ohne weiteres auch in einer Großraumdisco vorstellen kann. Selbiges gilt auch für „Sublimis“, das nach langem, gefälligem Intro mit dem musikalischem Gesamtkonzept enorm mitreißen kann.

„Atheos“ schleift sich mit einem Mix aus Gitarren-Gebretter, mal verzerrtem und dann wieder cleanem Gesang ins Gehirn bis mit den letzten beiden Titeln, die eher den Klassik-geneigten Hörer (in „Sanktus“ erklingt z.B. im Hintergrund ein Chor) befriedigen werden, die CD endet.

Anspieltipps:

  • Methempsykhosis (omega)
  • Sublimis
  • Abaddon
  • Sanktus

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