Queen - Singles Collection Vol. 2 - Cover
Große Ansicht

Queen Singles Collection Vol. 2


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 110 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine wunderbare Zeitreise, auch wenn stilistisch ab und zu der Gaul mit den vier Engländern durchgegangen ist.

Ein halbes Jahr nach dem ersten Teil der Serie „Queen – The Singles Collection“ liegt die zweite von geplanten vier Ausgaben der ambitionierten Aufarbeitung von rund 3½ Dekaden Rockgeschichte vor. Wiederum werden 13 CDs in Form schicker Vinyl-Single-Replikate in einer Sammelbox aufgeboten. Da diesmal keine EP dabei ist, sind es „nur“ 26 anstatt 28 Songs, die den Zeitraum von 1979 bis 1984 abdecken. In dieser Periode erschien das richtungsweisende Live-Album „Live Killers“ (06/1979), das auf den amerikanischen Markt zugeschnittene „The Game“ (06/1980), der Film-Soundtrack „Flash Gordon“ (12/1980), das Black-Music-inspirierte „Hot Space“ (05/1982) und das von (bei Queen lange Zeit verpönten) Synthesizern geprägte „The Works“ (02/1984).

Schaut man sich die fünf Jahre an, die mit der „Singles Collection Vol. 2“ abgedeckt werden, lässt sich schnell feststellen, dass die Band in dieser Zeit stärker denn je mit verschiedenen Stilen experimentierte und sich nicht scheute, diese mitunter auf einem einzigen Album unterzubringen. Quer durch den Garten der Musik reihten Queen Titel aus den Bereichen Rockabilly, Funk, Disco, Electro-Pop, Hardrock aneinander – und hatten immer Erfolg damit.

So brachte Queen z.B. das „The Game”-Album die größten kommerziellen Erfolge in den USA ein, weil komplett unterschiedliche Titel wie „Another one bites the dust“, „Crazy little thing called love“ und „Save me“ total unterschiedliche Geschmäcker ansprachen. Selbst ein relativ schwacher Soundtrack wie „Flash Gordon“ (16 von 18 Songs sind rein instrumental) brachte mit dem Titeltrack ein Hitsingle hervor, während das auch unter beinharten Fans schwer diskutierte „Hot Space“-Album hauptsächlich von der Kollaboration mit David Bowie („Under pressure“) angeschoben wurde. Ansonsten gab es Stücke, die gänzlich frei von Gitarren waren („Body language“), sich im Funk suhlten („Back chat“) oder in Form einer spanischsprachigen (!) Ballade daherkamen („Las Palabras de Amor“).

In dieser Zeit, Anfang der 80er Jahre, war scheinbar alles möglich. Und so wurde auch „The Works” eine reichlich unrunde Sache. Auf dem Werk befinden sich mit den beiden Singleauskopplungen „Radio ga ga“ und „I want to break free“ zwei der poppigsten Queen-Songs aller Zeiten, aber auch derbe Hardrock-Nummern wie „Tear it up” und „Hammer to fall“, gesellschaftskritische Balladen („Is this the world we created...?“) und futuristischer Electro-Pop „Machines (or back to humans)”. Diese Zerrissenheit macht das Spannende an der zweiten „Singles Collection“-Box aus, die natürlich auch wieder ein paar Raritäten zu bieten hat, wie den vom „The Works“-Album verbannten Brian-May-Titel „I go crazy“, die Roger-Taylor-Komposition „A human body“ („Play the game“-B-Seite) und das in Gemeinschaftsarbeit entstandene „Soul brother“ („Under pressure“-B-Seite).

Alles in allem ist auch diese kleine Kiste mit 13 CDs eine wunderbare Zeitreise, auch wenn stilistisch ab und zu der Gaul mit den vier Engländern durchgegangen ist und nicht alle Titel das Top-Niveau der 70er Jahre innehaben.

Anspieltipps:

  • Save me
  • Love of my life
  • I want to break free
  • Another one bite the dust
  • Crazy little thing called love

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „Queen“
comments powered by Disqus