The Aggrolites - IV - Cover
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The Aggrolites IV


  • Label: Hellcat Records/SPV
  • Laufzeit: 76 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Bands, die sind berufen. Das sind allerdings die wenigsten. Dann gibt es einige, die fühlen sich berufen. Davon gibt es massenhaft viele. Dann gibt es noch jene, die einfach machen. Und jetzt nähern wir uns doch dem Kern von The Aggrolites. Diese Vertreter des „Dirty Reggae“ lieben den Reggae einfach und wollten auch solche Musik machen. Sie erschaffen viel mehr eine Ode an ihr geliebtes Genre, als sich großartig Neuem zu stellen. Das geht dann auch gönnerhaft solange, bis auf den verfluchten Rohling auch einfach nichts mehr draufpassen will. Die achtzig Minuten werden beinahe voll ausgekostet und es darf entspannt, getanzt oder entspannt getanzt werden, wenn die verdächtig bekannten Töne der Aggrolites aus den Boxen schweben.

Da klingen mal Gitarren an, viel Backgroundgesang, eishockeyhallengleiche Töne und eine stimmige Stimme im Vordergrund. Tom Jones als Reggae-Fan. Das macht Spaß, das bringt Freude, wenn „What A Complex“ oder „Wild Time“ sich witzig und erfrischend geben. Natürlich gilt es auch noch die Bläser („Reggae Summertime“) abzuarbeiten, doch mit der Zeit hilft die ganze entspannte Atmosphäre auch nichts daran, dass das Album mit immer längerer Spielzeit, immer mehr in den Hintergrund rückt. So überraschen auch liebliche Stücke wie „Tear That Falls“ nicht wirklich und gefallen, ohne sich aus dem schönen Brei herauszuheben. Und Brei bleibt Brei, auch wenn er wirklich lecker schmeckt.

So ist man nach über einer Stunde von all dem Nichtstun am Ende noch völlig verkatert, weil das Album zu keinem Zeitpunkt dazu auffordert, sich wirklich in Bewegung zu setzen. Dafür ist das Album zu entspannt. Das müsste ja nicht schlecht sein, aber ohne die Größe von Bob Marley ist auch der Reggae ein Genre wie jedes Andere, dass sich seine Qualität verdienen muss. The Aggrolites geben quantitativ wirklich viel fürs Geld und als oberflächlicher Überblick über das Genre ist das Album, wie schon die Vorgänger ein brauchbares Vehikel. Als eigenständiges Werk bewegen wir uns allerdings weiter aus Mittelklasseniveau.

Anspieltipps:

  • What A Complex
  • Tear That Falls
  • Fake Angels

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