Lovedrug - The Sucker Punch Show - Cover
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Lovedrug The Sucker Punch Show


  • Label: Makemyday/ALIVE
  • Laufzeit: 110 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wo sind sie hin, die viel versprechenden Newcomer? Alles Mögliche an Instrumentbenutzerzusammenschlüssen wird gehypt wie und wo nur geht, aber die wirklichen Sensationen bleiben dann doch immer wieder aus. Vielleicht sollten sich mehr Plattenfirmen ein Beispiel an „Make My Day Records“ nehmen, die aus wenig in den letzten Jahren oft das Maximum herausgeholt haben. Der große, kommerzielle Erfolg blieb vielleicht aus, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Für Kenner sind gerade Bands wie Joycehotel allerdings nicht aus der modernen alternativen, wenn nicht gar progressiven Szene wegzudenken. Es muss voran gehen.

Zu diesem Muster passt doch, wenn eine Band mit dem recht konventionellen Namen „Lovedrug“ mit den frühen Radiohead verglichen wird. Das klingt doch schon nicht mehr ganz so konservativ. Rock mit viel Popattitüde und eine Stimme, die sich irgendwo zwischen besagten „Radiohead“ und „3“ ansiedelt. Da wird von Achterbahnen und Geschichten, einer Halluzination gleich, erzählt. Nicht zu verachten ist auch das Bonusalbum, das so etwas wie eine Reminiszenz, Parodie und Potpourri der verworfenen Ideen in einem bildet und weitaus mehr als bloß ein „Demo-Album“ zu sein scheint. Nun aber erst mal zum Hauptprogramm, welches sich ambitioniert präsentiert. „Let It All Out“ funktioniert einwandfrei als Opener und gefällt durch Frische und Einfachheit. „Only One“ weiß da vielfältiger zu wirken und so wird auch nicht auf einem Level stagniert. Dieser Beginn ist auch noch durchaus rockig, bevor mit „Blood Like“ die poppige Ader offenbart wird. Pianorock, der von der Insel stammen könnte.

Danach wird mit Chartstürmersingle und Konsorte wieder das Rockmilieu aufgemischt. „Everyone Needs A Halo“ kann sich vor Simplizität zwar kaum retten, übertrifft ein gar zu plakatives „Know Your Enemy“ von den Superstars Green Day. „The Dirtiest Queen“ ist wieder viel weniger auf Massengeschmack zugeschneidert und weiß die richtige Mischung aus verspielt und dreckig laut. Auch das sehr ruhige „Borrowed Legs“ besticht durch einen leichtfüßigen, aber sehr geordneten Aufbau und geht beinahe fließend in das ebenso so ruhige „Broken Home“ über. Das ist wirklich entspannt und bewegt sich durchgehend auf gutem Niveau. Beachtlich!

„Fake Angels“ erinnert dann wieder an den Vergleich mit Radiohead. Sänger Geddy Lee gibt sich lange verletzlich in bester Brit-Pop-Manier, um mit seiner Truppe gegen Ende ein Gitarrengewitter auf den Hörer niederprasseln zu lassen. Nicht so ausgeprägt und gelungen wie die Engländer auf „Ok Computer“, doch immer noch wirkungsvoll. „My World“ kann sich als eine weitere stille Nummer leider nicht ganz so empfehlen, wie die Vorgänger. Gerade das Ende enttäuscht den Hörer dann ganz überraschend mit dem, für seine enorme Länge, zu einfallslosen „Panicked Witness“ und dem zu einfachen, wenn auch schönen Ausklang durch „Dying Days“. Alles in allem endet ein wirklich gutes Album doch ein wenig enttäuschend, was die Wertung aber allein aufgrund des Bonusalbums nicht schmälert.

Alle elf Songs (das Instrumentalstück wurde ausgelassen) finden sich, differenziert instrumentalisiert und teilweise mit neuen Texten, wieder. Da experimentiert die Band mit Liveklang, Glockenspiel, Akustikgitarre und vielen weiteren Details, die man wirklich gerne in den „Originalstücken“ gehört hätte. Gepasst hätten viele (besonders das Glockenspiel!) und das Album vielleicht noch einmal auf eine höhere Ebene gehievt. So liefert der knapp einstündige Bonussilberling immerhin eine gute Menge Abwechslung und lässt „Lovedrug“ hoffentlich nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten.

Anspieltipps:

  • Everyone Needs A Halo
  • Only One
  • Fake Angels

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