Söhne Mannheims - Iz On - Cover
Große Ansicht

Söhne Mannheims Iz On


  • Label: Tonpool Medien
  • Laufzeit: 74 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Magie des grandiosen Debütalbums „Zion” wird heuer nicht erreicht.

Seit fast zehn Jahren hat das 14 Musiker umfassende Mannheimer Bandkollektiv um Xavier Naidoo und Michael Herberger die deutsche Soul-Pop- und R&B-Landschaft fest im Griff. Dabei wurden in dieser Zeit „nur“ zwei Live- und zwei Studioalben veröffentlicht, doch diese hatten künstlerisch und kommerziell eine so nachhaltige Wirkung, dass die Söhne Mannheims eine ganz seltene Sonderstellung in der hiesigen Musikszene einnehmen konnten.

Nach „Zion” (2000) und „Noiz” (2004) folgt nun das dritte Studioalbum „Iz On”, mit dem die Söhne Mannheims nahtlos an die Qualität der beiden Vorgänger anschließen können, die sich durch außergewöhnliches Songwriting, handgemachte Instrumentierung und eine spezielle Art des Textens auszeichneten. Denn im Vergleich zu seinen Soloalben kann man das Gefühl haben, dass Xavier Naidoo bei den Söhnen Mannheims seine Laienpredigermethoden etwas in den Hintergrund stellt, auch wenn die Songs auf „Iz On“ wie üblich „wortgewandt, aber auch unbequem sind, Missstände anprangern, zum Handeln aufrufen und ihr Vertrauen in Gott betonen“ (Plattenfirmeninfo).

Dabei beziehen einige Texte heuer politisch sehr eindeutig Stellung und nehmen absolut kein Blatt vor den Mund („Kraft unseres Amtes“). Das mag den einen oder anderen im Zusammenhang mit einem Popalbum erstaunen, ist aber durchaus nicht ungewöhnlich, wenn man sich ein wenig mit dem Schaffen Xavier Naidoos befasst (Stichwort: Brothers Keepers). Auf der anderen Seite gibt es aber auch wieder diese besondere Art, Songs mit Leib und Seele abzuliefern („Wenn du mich hören könntest“), die über dem normalen Balladen- und Liebeslied-Level liegen.

Musikalisch wird das Ganze auffällig oft mit Streichern („Die betroffenen Gebiete“) und akustischen Instrumenten garniert („This is only a beginning“), es gibt aber auch feine Reggae-Motive („Junges Deutschland“) und rockige Gitarrenriffs („Iz on“) sowie eine Studioversion des von der „MTV Unplugged“-CD „Wettsingen in Schwetzingen“ (2008) bekannten Smashers „Das hat die Welt noch nicht gesehen“. Damit kommen alle Fans garantiert auf ihre Kosten, auch wenn die Magie des grandiosen Debütalbums „Zion” heuer nicht erreicht wird.

Anspieltipps:

  • Wir sind verrückt
  • Junges Deutschland
  • This is only a beginning
  • Die betroffenen Gebiete
  • Wenn du mich hören könntest
  • Das hat die Welt noch nicht gesehen

Neue Kritiken im Genre „Soul/Pop“
Diskutiere über „Söhne Mannheims“
comments powered by Disqus