Tom Liwa - Eine Liebe Ausschließlich - Cover
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Tom Liwa Eine Liebe Ausschließlich


  • Label: Ludwig/INDIGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tom Liwa liefert ein sehr persönliches Werk ab, das lange seinen Reiz versprühen wird.

Tom Liwa, Gründer der Flowerpornoes, die 2007 nach zehnjähriger Pause wieder ein Album veröffentlichten, arbeitet seit Mitte der Neunziger als Solokünstler und ist einer von diesen Liedermachern, deren Songs direkt ins Herz gehen. Mit seinen regelmäßigen Veröffentlichungen erspielte er sich eine Fangemeinde, die ihn nicht nur auf seine „Vergangenheit“ mit den Flowerpornoes reduziert. Das ist mittlerweile auch kaum noch möglich, verweist seine Diskographie doch schon auf den zweistelligen Bereich. Nach „Komm Jupiter“ vor noch nicht einmal einem Jahr, das mit der Begleitband „Die blauen Flecken“ eingespielt wurde, folgt nun „Eine Liebe Ausschließlich“. Ganz allein mit Akustikgitarre trägt Tom Liwa auf diesem Werk sein Innerstes nach Außen, reduziert und daher so direkt.

Er singt von Alien Sex Fiend-Konzerten und darüber, dass er Bob Dylan sein wollte. Ganz nebenbei, so erscheint es zumindest, landet auch Dylans „Idiot Wind“ in einer tollen Coverversion auf dem Album und selbst Snow Patrols Radioformat-Schmachtfetzen „Chasing Cars“ kommt unpeinlich daher. In seiner schlichten Variante, die nur Akustikgitarre und den fast beiläufigen Gesang Liwas anbietet, gewinnt der Song an Haltbarkeit und durch die spröde, liebliche Art des Mannes aus dem Ruhrgebiet. Im 6-minütigen „Wovor Hat Die Welt Am Meisten Angst” mit den famosen Anspielungen auf Frank Zappa, Dylan, den Großstadthype und vielen biographischen Offenbarungen spürt man keinen Hauch von Langeweile, obwohl rein musikalisch nur ein Gitarren-Thema wiederholt wird, dafür aber textlich so viel warme Authentizität vermittelt wird, dass man sich förmlich in ihr verliert.

„Moi Non Plus“ wirkt dagegen textlich mit seinen französischen Beigaben etwas aufgesetzt, punktet dafür aber mit verspielten Arrangements. Trotzdem wird hier deutlich, wie sehr der Gesamteindruck vom lyrischen Anteil abhängt. Ansonsten kann man aber guten Gewissens Entwarnung geben: Tom Liwa liefert ein sehr persönliches Werk ab, das lange seinen Reiz versprühen wird und auf das man immer wieder zurückkommt, auch wenn man es vielleicht schnell für einige Monate aus den Augen verloren hat.

Anspieltipps:

  • Chasing Cars
  • Wovor Hat Die Welt Am Meisten Angst
  • Idiot Wind
  • A2

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