Wavves - Wavvves - Cover
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Wavves Wavvves


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus zwei mach drei! War der Titel des Debütalbums des Ein-Mann-Projektes Wavves noch mit zwei Vs im Plattennamen dekoriert („Wavves“), so erscheint nur einige Monate später der Nachfolger mit drei auf dem Cover prangenden Vs („Wavvves“). Der Spaß am Getöse steht im Vordergrund und der erst 22-jährige Nathan Williams hinterlässt dabei ein beinahe unüberschaubares Chaos aus Hall, Hysterie und Geheule.

Musik die klingt als hätte man die Beach Boys und The Black Keys in einen Sound-Mixer gestopft, um das akustisch-verstampfte Ergebnis danach auch noch genüsslich und ausufernd durch den Verzerrer zu drehen. Also keine Angst: deine Boxen sind nicht kaputt! So ähnlich haben es in der Vergangenheit ja auch schon Bands wie The Velvet Underground oder Sonic Youth gemacht: eigentlich harmonisch-melodische Popnummern werden so lange bearbeitet bis das daraus resultierende Lo-Fi-Gemisch kaum noch als strukturiertes Werk zu identifizieren ist. Hier werden sich auch bei Wavves die Geister und Ohren scheiden. Denn hier gibt es eine Menge Krach, scheppernden Melodien zu behören und chaotisch Songstrukturen winden sich widerhakig den Weg durch die Gehörgänge. Zusammen mit Drummer Ryan Ulsh surft Williams die schwierige Welle des Beachpunks und wird damit sicherlich auch nicht die Radiostationen dieser Welt fluten. „So Bored“ oder „No Hope Kids“ sind in den USA bereits schon Hymnen der Teenage Angst-Generation. Das dumpfe Vorstadtleben, Langeweile und Drogen sind die Themen mit denen sich die Jugendlichen identifizieren und die im lärmenden Punk eingebettet wohl bei vielen Hörern punktgenau den Nerv treffen.

Die Songs auf „Wavvves“ sind einzeln sehr schwer auf dem individuellen Geschmacksradar zu verorten. Jedoch meistert die Platte nach jedem weiteren Durchlauf den Balance-Akt zwischem 60er Jahre Surferpop und psychedelischem Indie-Schrammel-Rock. Die vielen Uuuuuuuuhs und Aaaaaaahs treffen auf geprügelten, experimentellen Lo-Fi-Punk und werden für mache die neue musikalische Offenbarung, für andere schlicht und einfach laut und unnötig sein.

Anspieltipps:

  • No Hope For Kids
  • So Bored
  • Weed Demon
  • California Goths

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