Queen - Live In Ukraine - Cover
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Live In Ukraine


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 120 Minuten
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5/10 Unsere Wertung
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne Freddie Mercury und John Deacon will ich diese Band nie wieder hören!

Aus, vorbei, ich habe fertig! Mitte Mai kam die Meldung, dass Paul Rodgers die Band Queen nach rund vier Jahren wieder verlassen würde. Damit war das Experiment, den 59jährigen Bad-Company-Frontmann als Freddie-Mercury-Ersatz zu holen (auch wenn das offiziell nie so dargestellt wurde), endgültig gescheitert! Denn trotz zwei erfolgreicher Welttourneen gab es da ja noch das Studioalbum „The Cosmos Rocks“ (09/2008), das für Queen-Verhältnisse eine mittlere Katastrophe war und streckenweise eine künstlerische Bankrotterklärung darstellte, die den Namen Queen böse beschädigte.

Paul Rodgers kehrt in den Schoß von Bad Company zurück und Brian May und Roger Taylor werden hoffentlich die Lehren aus dem Studioalbum „The Cosmos Rocks“-Fiasko gezogen haben. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Queen und Paul Rodgers zumindest live eine Macht waren, auch wenn das Können und das Charisma von Freddie Mercury unersetzbar war und ist. Als standesgemäße Verabschiedung wird den Fans von daher ein opulentes Set aus zwei CDs und einer DVD vorgelegt, das einen Benefiz-Konzertmitschnitt aus Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, vom 12. September 2008 beinhaltet.

Noch vor Beginn ihrer „The Cosmos Rocks“-Welttournee standen Queen vor 350.000 Menschen auf der Bühne und performten alle großen Klassiker, ein paar neue Songs des aktuellen Albums und machten auch ein paar Zugeständnisse in Richtung ihres Sängers mit Songs von Free und Bad Company. Doch auch diese geballte Hit-Beschallung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Musiker nicht mehr denselben Punch wie vor 20 Jahren haben. Das fängt beim teilweise schleppenden Schlagzeugspiel Roger Taylors an, geht weiter über die nicht über „Dienst nach Vorschrift“ hinausgehende Gitarrenarbeit Brian Mays (man höre sich nur „Love of my life“ an) und endet bei einem Frontmann, der sich als hemdsärmeliger Rocksänger präsentiert, der die Betonungen und Phrasierungen nach seinen Möglichkeiten gestaltet und damit nicht mehr als einen Trostpreis ernten kann.

Dazu fällt bei den CDs ein ziemlich verwaschener Live-Sound auf. Das ist deshalb so ungewöhnlich, weil die bisherigen Queen-Live-Alben immer einen sehr polierten Sound hatten, der gewiss im Studio nachbearbeitet wurde, was den Fans allerdings so was von egal war! Somit haben wir es bei „Live In Ukraine“ mit einer in allen Belangen befremdenden Veröffentlichung zu tun. Denn Queen und Paul Rodgers im Jahr 2008 sind eine seelenlose Greatest-Hits-Maschine, eine aufgeblähte Jukebox, die gegen die eigene Langeweile auf Tournee geht und sich damit keinen Gefallen tut. Das treibt einem Fan Tränen der Wut in die Augen. Bitte zur Kenntnis nehmen: Ohne Freddie Mercury und John Deacon will ich diese Band nie wieder hören!

Anspieltipps:

  • ‘39
  • Bijou
  • Love of my life
  • Fat bottomed girls
  • I want to break free
  • Crazy little thing called love

Dieser Artikel ging am um 14:27 Uhr online.
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