Buju Banton - Rasta Got Soul - Cover
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Buju Banton Rasta Got Soul


  • Label: Gargamel Music
  • Laufzeit: 69 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutsche Hörer verbinden mit Reggae oft nationale Berühmtheiten wie Gentleman, Seeed oder vielleicht noch Patrice Bart-Williams – doch mit den typischen Klängen des Ursprungslands des Reggae haben alle drei nicht viel gemeinsam. Und auch wenn der erwähnte Gentleman zu den wenigen ausländischen Musikern gehört, die in Jamaica ein gewisses Maß an Anerkennung genießen: wer Einblicke in die dortige Musikwelt sowie die eng mit ihr verflochtene Rastafari-Kultur erhalten will, der sollte sich besser an lokale Größen wie Buju Banton halten. Dieser veröffentlicht mit „Rasta Got Soul“ ein weiteres echtes Reggae-Album, das auch hierzulande im Rahmen einer groß angelegten Europa-Tournee mehrfach promoted wird.

Wer jemals die Spielfreude einer eingespielten Reggae-Band live erleben durfte wird sehr zu schätzen wissen, dass Buju Banton sich dabei klar gegen den fortschreitenden Trend des Synthesizer-Reggae stellt und auch im Aufnahmestudio auf eine vollwertige Band setzt. Musikalisch anspruchsvolle Tracks wie „Magic City“ oder das äußerst schwungvolle „A Little Bit Of Sorry“ wären ansonsten kaum denkbar. Schade ist dagegen, dass man anderen Liedern wie „Mirror“ ihre Herkunft in keinster Weise anhört. Ein 08/15-Riddim von dessen Güte dürfte auch für Hobby-Produzenten auf dem heimischen Rechner keine große Herausforderung darstellen, nicht zuletzt weil man mehr als 4 Minuten lang vergeblich auf eine Bridge oder einen echten Refrain wartet.

Allgemein hat „Rasta Got Soul“ das gleiche Problem wie so viele andere Reggae-Alben vor ihm: die große Mehrheit der europäischen Hörerschaft klagt spätestens nach der halben Laufzeit einer reinen Roots-CD über Eintönigkeit und mangelnde Kreativität. Zwar zeigt sich Buju Banton bemüht, dieses Problem mit einigen eher untypischen Titeln zu umgehen, zu seinen Stärken gehören diese aber definitiv nicht. Letztendlich werden sich wohl auch Genre-Fans trotz einiger starker Tracks und gewohnt guten Texten bereits nach wenigen Hördurchläufen wieder Künstlern wie Steel Pulse, Morgan Heritage oder der allgegenwärtigen Reggae-Legende Bob Marley zuwenden.

Anspieltipps:

  • Magic City
  • I Rise
  • A Little Bit Of Sorry
  • Mary

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