Two Tongues - Two Tongues - Cover
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Two Tongues Two Tongues


  • Label: Vagrant/SOULFOOD
  • Laufzeit: 35 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Two Tongues, zu Deutsch „zwei Zungen“, ist eine durchaus treffende Bezeichnung für die neu gegründete Supergroup bestehend aus den beiden Frontmänner von Saves The Day (Chris Conley) und Say Anything (Max Bemis) sowie jeweils einem weiteren Bandmitglied zur Besetzung von Bass und Schlagzeug. Zum Zusammenschluss kam es nach kleineren Gemeinschaftsprojekten in erster Linie aufgrund der besonderen Beziehung zwischen den beiden US-Amerikanern, die der Jüngere, Max, folgendermaßen beschreibt: „Chris inspired me as a mentor, hero and friend, and I inspired him as someone who truly cherishes his work that he can respect in his own right.“

Eine interessante Konstellation, schließlich ist es jedes Mal wieder ein Erlebnis, hören zu können, wie in ihren jeweiligen Bands gereifte Musiker einen gemeinsamen Neuanfang wagen und verschiedene Prägungen in ihre Songs einfließen lassen. Dabei ist häufig zu beobachten, dass die neu gegründeten Supergroups erst eine längere Eingewöhnungsphase benötigen, um ihr Potential ausschöpfen zu können. Ganz anders die Two Tongues: Hier wird von der ersten Sekunde an kompromisslos gerockt.

Schon der einem Paukenschlag gleichende Opener „Crawl“ gewinnt mühelos die vollständige Aufmerksamkeit des Hörers, der im Folgenden von einer Welle ausnahmslos hochkarätiger Titel geradezu überrollt wird. Und auch die letzten Zweifel an der Qualität des Longplayers verfliegen spätestens nach dem brillanten „Dead Lizard“: ein klarer Rhythmus, mehrfache Tempowechsel sowie zwei Sänger in Bestform gekrönt von einem rasanten Höhepunkt zum Abschluss – und das alles in gerade einmal 150 Sekunden. So eingängige Musik, die sich dennoch angenehm vom Mainstream-Einerlei abhebt, bekommt man wahrlich selten zu hören. Und während einem das folgende „Interlude“ einen kurzen Moment Zeit gibt um durchzuatmen naht mit „Tremors“ schon das nächste Highlight.

Im Grunde genommen ist es gar nicht möglich einzelne Lieder herauszustellen – jeder der sehr kurz gehaltenen Tracks (einzig „Try Not To Save Me“ knackt die 4-Minuten-Marke) fasziniert auf seine Weise und beweist eindrucksvoll, dass sich zwei gleichgestellte Songwriter und Sänger ganz und gar nicht im Weg stehen müssen. Stattdessen zeigt das Duo Conley/Bemis beispielweise in „If I Could Make You Do Things“ in Perfektion, wie ein solches Zusammenspiel von „zwei Zungen“ klingen kann – zumindest wenn es sich wie in ihrem Fall um langjährige Freunde handelt.

Einziger Kritikpunkt ist die mit 35 Minuten doch sehr kurz geratene Spieldauer. Dafür darf sich der Hörer über eine CD mit ausschließlich erstklassigen Songs und ohne unnötiges Füllmaterial freuen, die selbst nach unzähligen Stunden Dauerwiedergabe schlichtweg begeistert. Ein grandioses Debütalbum und bereits jetzt mehr als nur ein Geheimtipp!

Anspieltipps:

  • Dead Lizard
  • Tremors
  • Don’t You Want To Come Home
  • Alice

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