Marillion - Recital Of The Script - Cover
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Marillion Recital Of The Script


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 98 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vorliegende Album zählt zu den ganz frühen Live-Dokumenten in der Geschichte von Marillion.

Lange Zeit herrschte eisiges Schweigen zwischen der Band Marillion und ihrem ausgestiegenen Sänger und Charakterkopf Derek William Dick – genannt Fish. Dieser verließ 1988 im Streit die britische Neo-Prog-Band und startete eine bis dato holprig verlaufende Solokarriere. Marillion machten mit Steve Hogarth als Sänger weiter, konnten aber nie mehr an die kommerziellen Erfolge in der Zeit von 1983 bis 1987 anknüpfen, als Marillion eine Reihe Top-10-Singles und mit „Misplaced Childhood“ (1985) sogar ein Nummer-Eins-Album vorweisen konnten.

Jetzt, da Marillions ehemalige Plattenfirma EMI ein Paket aus drei Live-Alben auf den Markt bringt, scheint es tatsächlich eine Annäherung zwischen Fish und seinen Ex-Kollegen gegeben zu haben. Denn der Sänger verfasste die Liner Notes zu zwei der drei Veröffentlichungen, den Doppel-CDs „Recital Of The Script“ und „Live From Loreley“, die es lange Zeit nur als VHS Video und seit 2003/04 auch als DVD gegeben hat. Dazu kommt der remasterte Re-Release des legendären Live-Albums „The Thieving Magpie (La Gazza Ladra)“ aus dem Jahr 1988 – und fertig ist ein mehrstündiges Hörvergnügen, mit dem allen Marillion-Fans der frühen Jahre Freudentränen in die Augen getrieben werden.

Recital Of The Script (1983)

Das vorliegende Album zählt zu den ganz frühen Live-Dokumenten in der Geschichte von Marillion. Das Debütalbum der Band („Script For A Jester’s Tear“) war seit dem 14. März 1983 auf dem Markt und die Musiker begaben sich auf England-Tournee, um das Werk zu promoten. Als Tourneeabschluss machten Marillion im April 1983 für zwei Auftritte im Londoner Hammersmith Odeon Halt, die mit jeweils 7.000 Besuchern ausverkauft waren. Eine starke Leistung für eine Newcomerband, die mit ihrem Debüt unterwegs war. Die historischen Aufnahmen fanden in der Urbesetzung statt, zu der neben Fish (Gesang) und Steve Rothery (Gitarre) Pete Trawavas am Bass, Mark Kelly an den Keyboards und Drummer Mick Pointer zählten.

Die Ur-Version als VHS Video bot nur einen unvollständigen Konzertmitschnitt, der mit Teilen des 1982er Auftritts im Londoner Marquee vermischt wurde. Jetzt liegt der komplette Gig mit zehn Songs und knapp 100 Minuten Spieldauer vor, der Marillion als reinrassige Prog-Rock-Band zeigt, die noch keine großen Hits aufzuweisen hatte, aber erste Publikumsfavoriten wie „Market square heroes“, „He knows you know“ oder „Chelsea monday“ herausarbeitete. Fish macht seine Ansagen in breitestem Schottisch und Kollege Mick Pointer kämpft hörbar mit seinem Instrument. Kein Wunder, dass er bald die Band verlassen musste. Those were the Days...

Wie schon bei „Live From Loreley“ ist der Sound der CD-Überspielung in Ordnung und dem historischen Wert angemessen. Der große Durchbruch sollte aber erst später folgen, von dem der offizielle Live-Mitschnitt „The Thieving Magpie“ zeugt.

Anspieltipps:

  • Grendel
  • Market square heroes
  • Script for a jester’s tear
  • Three boats down from the candy

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