Marillion - Live From Loreley - Cover
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Marillion Live From Loreley


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 124 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Klang liegt deutlich über der Bootleg-Qualität, mit der sich die Fans in den vergangenen 20 Jahren herumschlagen mussten.

Lange Zeit herrschte eisiges Schweigen zwischen der Band Marillion und ihrem ausgestiegenen Sänger und Charakterkopf Derek William Dick – genannt Fish. Dieser verließ 1988 im Streit die britische Neo-Prog-Band und startete eine bis dato holprig verlaufende Solokarriere. Marillion machten mit Steve Hogarth als Sänger weiter, konnten aber nie mehr an die kommerziellen Erfolge in der Zeit von 1983 bis 1987 anknüpfen, als Marillion eine Reihe Top-10-Singles und mit „Misplaced Childhood“ (1985) sogar ein Nummer-Eins-Album vorweisen konnten.

Jetzt, da Marillions ehemalige Plattenfirma EMI ein Paket aus drei Live-Alben auf den Markt bringt, scheint es tatsächlich eine Annäherung zwischen Fish und seinen Ex-Kollegen gegeben zu haben. Denn der Sänger verfasste die Liner Notes zu zwei der drei Veröffentlichungen, den Doppel-CDs „Recital Of The Script“ und „Live From Loreley“, die es lange Zeit nur als VHS Video und seit 2003/04 auch als DVD gegeben hat. Dazu kommt der remasterte Re-Release des legendären Live-Albums „The Thieving Magpie (La Gazza Ladra)“ aus dem Jahr 1988 – und fertig ist ein mehrstündiges Hörvergnügen, mit dem allen Marillion-Fans der frühen Jahre Freudentränen in die Augen getrieben werden.

Live From Loreley (1987)

Der am 18. Juli 1987 auf der berühmten Loreley Freilichtbühne in St. Goar am Rhein aufgezeichnete Konzertmitschnitt „Live From Loreley“ gilt unter Marillion-Fans als absolutes Kultereignis. Der Auftritt liegt nun erstmals in voller Länge vor und greift auf die Songs der legendären ersten vier Studioalben „Script For A Jester’s Tear” (1983), „Fugazi” (1984), „Misplaced Childhood” und „Clutching At Straws” (1987) zurück. Die Band befand sich kommerziell (und für viele auch künstlerisch) auf dem Zenit und konnte aus einer Fülle progressiver Titel wie „Bitter suite“, „Market square heroes“ und „Garden party“, aber auch Hitsingles wie „Sugar mice“, „Kayleigh“, „Lavender“ und „Incommunicado“ wählen. Die Band präsentiert sich spielfreudig, wenn nicht gar verspielt, Fish singt und macht Ansagen in lustiger deutscher Sprache und das Loreley-Publikum geht voll aus sich raus (man höre nur „Heart of Lothian“).

Obwohl das Fassungsvermögen mit 18.000 Besuchern angegeben war, gingen Gerüchte umher, dass sich 30.000 Menschen auf dem 125 Meter hohen Schieferfelsen versammelt hatten, um Marillion abzufeiern. Das ist wahrlich der Stoff, aus dem Legenden gestrickt werden. Und endlich liegt eine dieser Legenden in CD-Form vor, bei der der Sound der Überspielung anständig, wenn auch nicht berauschend ist, aber deutlich über Bootleg-Qualität liegt, mit der sich die Fans in den vergangenen 20 Jahren herumschlagen mussten. Damit ist jetzt Gott sei Dank Schluss!

Anspieltipps:

  • Kayleigh
  • Lavender
  • Sugar mice
  • Hotel hobbies
  • Heart of Lothian
  • Market square heroes

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