Graham Coxon - The Spinning Top - Cover
Große Ansicht

Graham Coxon The Spinning Top


  • Label: Transglobal/WEA
  • Laufzeit: 68 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Hat Coxon in Wirklichkeit Heimweh und vermisst den alten Freund Damon Albarn?

Männer sind Schweine. So besangen es schon „die ärzte“ und es treffen noch viele weitere Attribute zu. Zum Beispiel der Neid. Wenn es zwischen zwei Männern nicht mehr so richtig klappt, dann ist die Freundschaft halt aus. Wenn aber auf gleichem Wege fortgeschritten wird und man sich gegenseitig zu überbieten versucht, ist das nur noch kindisch. Und Kindsköpfe sind Männer ja oft und gerne. Zwar war Damon Albarn nie etwas anzumerken, auch wenn spätestens seine Pop-Oper ein Beweis seiner Vertracktheit war, doch Graham Coxon zitierte in verrücktester Manier Blur, ohne je wirklich etwas Neues zu schaffen. Nicht, dass seine Musik schlecht war, aber zu aufgesetzt wahnsinnig klang sie doch gerne einmal.

Jetzt geht es zwar ganz behutsam zu und viel Akustik beherrscht die Gesamtstimmung, doch psychedlische Ausraster erlaubt sich der Mann, mit der albarnschen Stimme immer wieder. Letztendlich lässt sich das Gesamtwerk aber auf zwei Attribute beschränken: mit und ohne Strom! „Look Into The Light“ verführt den Hörer zwar noch mit eingängiger Akustikkost ohne großes Picking und schiefe Töne, doch im Anschluss eifern die verrückten Einlagen um die Wette, ohne wirklich neu zu klingen. Bei einer Laufzeit von guten 68 Minuten wird der Höreindruck dadurch nicht wirklich besser, geschweige denn abwechslungsreicher.

Es fehlt einfach der Pepp zwischen den warmen Melodien, die schnell auf Kings-Of-Convenience-Level langweilen. Aber jene werden ja auch von der Masse dafür geliebt, dass ein komplettes Album nichts passiert. Die wenigen Stücke, die sich durch E-Gitarre von der Masse abheben können, hören sich dann leider extrem nach Blur („If You Want Me“), nur schlechter an. Schlecht ist das zwar natürlich alles nicht, doch ein paar nette Riffs und schöne Melodien sind nicht der Anspruch eines Graham Coxon, der sich mit Albarn messen will. Dieser wurde ja schon für sein ausschweifendes Abenteuer mit den Gorillaz gescholten, dafür aber auch für Entdeckergeist gelobt. Coxon steht weiterhin im Schatten und scheint der großen Zeit von Blur hinterherzutrauern, oder versucht sie krampfhaft am Leben zu erhalten. Ansätze alleine bringen niemanden weiter. Ein Ausbruch an tollen Beats und verrückter Gitarre, der noch irgendwie neu klingt, wie in „Dead Bees“ ertönt leider viel zu selten, auch wenn die Harmonika verdächtig nach Albarn klingt. Hat Coxon in Wirklichkeit Heimweh und vermisst den alten Freund?

Anspieltipps:

  • Dead Bees
  • Look Into The Light
  • Home

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Wir Sind Für Dich Da
  • 2019    
7/10

Ciao!
  • 2019    
Diskutiere über „Graham Coxon“
comments powered by Disqus