Little Boots - Hands - Cover
Große Ansicht

Little Boots Hands


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Genremischung auf „Hands“ funktioniert nicht immer reibungslos.

Eine weitere Elektropopsängerin, die neben Ladyhawke, Lady Gaga und La Roux auch wieder mit L beginnt? Da stellt sich schon allein beim Lesen die Frage: Was macht Little Boots anders als der Rest der besagten Damen? Wenn wir alles im Rahmen des Elektropops betrachten, bedient Lady Gaga den Mainstream, La Roux ist für die Retrofans zuständig und Ladyhawke ist ein wenig der Underdog im Indiebereich. Little Boots wäre dann in die Elektroecke zu stellen. Das würde „Hands“ aber nicht ausreichend gerecht werden, denn auf dem Album sind durchaus einige verschiedene Genres vertreten.

Insgesamt kann man die Titel der Platte in zwei Kategorien einteilen. Zum einen wären da die astreinen Pop Songs und zum Anderen die, die etwas mehr in die elektronische Richtung gehen. „New in Town“ ist eher poppig und ein „Lass uns Ausgehen“ Party-Song. In die zweite Kategorie gehört auf jeden Fall das kongeniale „Stuck on Repeat“. Ein eindringlicher Beat und die fesselnde Melodie zeigen, welches Potenzial in Little Boots steckt. Auch „Meddle“ kann auf ähnliche Weise überzeugen und gehört zu den besten Stücken des Albums.

Sogar einige echte Trashperlen sind auf „Hands“ zu finden. „Remedy“ klingt stark nach Eurovision-Song-Contest und auch „Symmetrie“ schlägt in diese Sparte, kann aber dank der sympathischen Stimme von Little Boots noch punkten. Weniger gut macht es „Mathematics“, der zu Beginn verdächtig nach „Piece Of Me” von Britney Spears klingt. Das wäre nicht das schlimmste Übel, wenn der Song weniger blass und langweilig wäre. So vereint ihn das Schicksal mit „Tune Into My Heart“, das man irgendwie, irgendwo schon mal gehört zu haben meint. Am meisten gefällt „Hands“ wenn es etwas Ballast der (Über-)Produktion abwirft. „Hearts Collide“ ist ein Dance-Song, der schnell ins Ohr geht und auch „No Brakes“ besinnt sich mehr auf Minimalismus und bleibt dadurch angenehm hörbar.

Die Genremischung auf „Hands“ funktioniert nicht immer reibungslos. An manchen Stellen fragt man sich unweigerlich, ob ein solch überproduziertes Lied ernst gemeint sein kann oder eine Art Persiflage auf sich selbst darstellt. In anderen Teilen des Albums wiederum, nämlich immer dann, wenn Little Boots etwas weniger nach überladenem Pop klingt, gibt es einige wirklich unglaublich gute Songs. So kann man leider für „Hands“ keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen und das Album bleibt ein zweischneidiges, aber durchaus scharfes Schwert.

Anspieltipps:

  • Earthquake
  • Stuck On Repeat
  • Meddle
  • Hearts Collide

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
7/10

The Click
  • 2017    
Diskutiere über „Little Boots“
comments powered by Disqus