Datarock - Red - Cover
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Datarock Red


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 42 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die norwegische Band Datarock, bestehend aus den Musikerduo Fredrik Saroea und Ket-Ill, will vor allen Dingen eins: Dass ihre Zuhörer tanzen. Sie bietet Partymusik und verbindet dabei meist funky Gitarren mit treibenden, stark 80er infizierten Synthie-Sounds. Doch trotz des Retrosounds frönt das zweite Album „Red“ dem Futurismus und technologischen Entwicklungen wie dem Internet. „Retrofuturismus“ nennen Datarock das und wollen mit ihrem Zweitwerk wieder zeigen, wer der König auf dem Dancefloor ist.

Dies gelingt den beiden jedoch nur bedingt. Party? Ja. Spannend? Eher weniger. Die beiden Hauptzutaten – Funkgitarre und Synthie-Sounds – stehen leider häufig wie Fremdkörper nebeneinander und wollen nicht richtig zusammen passen, sodass das Endprodukt nicht munden will. So kommen dem Hörer beim Eröffnungstitel Sprachfetzen entgegen, die auf Dauer ganz schön nerven können. „The Blog’ ist ein super Eröffnungssong, denn er ist apokalyptisch. „Der Sound hat was Grandioses”, verkündet Fredrik Saroea stolz. Diesem Anspruch wird der Song aber nicht ansatzweise gerecht.

Allgemein kann der Gesang an vielen Stellen nicht so recht überzeugen: Bei „Dance“ hört man wieder Sprechgesang, der wohl cool wirken soll, aber auch hier eher an den Nerven zerrt und insbesondere bei „But Not Me“ zeigt sich, dass Saroeas Gesangstalent dann doch eher beschränkt ist. Fällt der Gesang jedoch unter den Tisch, wie beim von Orgelsounds geprägtem „In The Red“, werden Datrock vollkommen belanglos und langweilig. Und so sind die Highlights auf dem Album rar gesät.

Bei „Give It Up“ funktioniert das Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre ausnahmsweise richtig gut. Der Track geht nach vorne und hier verspürt man auch den Bewegungsdrang, den Datarock vermitteln wollen. Das bluesige „New Days Dawn“ bietet am Ende auch endlich mal die Abwechslung, die man ansonsten vergebens auf „Red“ sucht.

So kann man abschließend sagen, dass das Album durchaus den einen oder anderen Partytrack bereithält, jedoch in voller Länge auf keinen Fall überzeugen kann. Andere Electro-Rockbands des gleichen Schlags – wie zum Beispiel Does It Offend You, Yeah? – machen das vieles besser und spannender. Gute Ansätze, wie zum Beispiel ein Lied als einen Blog zu definieren, funktionieren in ihrer Umsetzung einfach nicht und ansonsten fehlen Datarock die zündenden Songideen, um ein wirklich frisches und überzeugendes Partyalbum zu gestalten.

Anspieltipps:

  • Give It Up
  • New Days Dawn

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