Nazareth - The Anthology - Cover
Große Ansicht

Nazareth The Anthology


  • Label: Union Square Music
  • Laufzeit: 155 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Anthology“ ist selbstredend nicht die erste Compilation aus dem Hause Nazareth. Dennoch ist sie ihr Geld wert.

Im vergangenen Jahr feierte die schottische Hardrock-Formation Nazareth ihr 40jähriges Jubiläum. Damit zählt sie zusammen mit Black Sabbath, Deep Purple, Led Zeppelin und Uriah Heep zur legendären ersten Generation dieses Genres. Die Verkaufszahlen der Schotten liegen bei rund 40 Millionen Einheiten, womit sie gegen die genannten Genrekollegen nicht ganz anstinken können, aber immerhin zählen Nazareth zu den bekanntesten und erfolgreichsten Gruppen des Inselstaats.

2008 erschien mit „The Newz“ das bis dato letzte Studioalbum der Hardrocker. Es ist ihr 21. nach zehnjähriger Funkstille. Auch dieses Werk wird auf der jetzt vorgelegten 38 Songs umfassenden Compilation gewürdigt. Der Schlusstrack „Goin’ loco“ vertritt diese Periode. Am ausführlichsten werden freilich die ungeheuer erfolgreichen 70er Jahre behandelt, was einen nicht wundern darf, wenn man bedenkt, dass allein zwischen 1971 und 1976 acht (!) Alben von Nazareth erschienen. Das war eben eine Epoche, in der Schuhe, Klamotten, Frisuren und die Mucke noch uneingeschränkt cool waren.

Aus dieser Phase sticht natürlich die super-kitschige Ballade „Love hurts“ besonders hervor, die wirklich jeder aus dem Radio kennen dürfte, auch wenn er nichts mit dem Bandnamen Nazareth anfangen kann. Der eigentliche Nazareth-Sound ist allerdings um ein paar Ecken härter und kantiger, als dieser Evergreen vermuten lässt. Denn die Schotten entwickelten sich im Laufe der Jahre weg vom klassischen Hardrock-Stil oben genannter Bands und fanden ihre eigene Nische, die stark vom Bluesrock infiziert ist, der auf unzähligen Welttourneen gestärkt und perfektioniert wurde. Nicht ohne Grund bezeichnet man die Schotten auch als „Road Warriors“, die sich monatelang von einem Konzertsaal zum nächsten schufteten.

In den Achtzigern wurde der Bandsound weichgespülter und hemdsärmeliger, was sich auch im nachlassenden kommerziellen Erfolg widerspiegelte. Diese schwächere Phase wird auf „The Anthology“ einfach durch Coverversionen kompensiert („Ruby tuesday“ von den Rolling Stones, „Cocaine“ von JJ Cale und „Piece of my hear“ bekannt von Janis Joplin) – und gut ist’s. Dennoch fällt die zweite CD des Doppelalbums deutlich ab.

„The Anthology“ ist selbstredend nicht die erste Compilation aus dem Hause Nazareth. Dennoch ist sie ihr Geld wert. Zum einen wird die 40jährige Karriere der Band umfassend abgedeckt und zum anderen ist das Remastering von Tim Turan (u.a. Bad Manners, Cat Stevens, Zebrahead, The Toy Dolls, The Stranglers) ganz hervorragend geglückt. Die Songs klingen kraftvoll wie am ersten Tag, keine Spur von Klangverlusten und schwachbrüstigen Überspielungen. So muss das sein, wenn olle Kamellen zum x-ten Mal neu aufgekocht werden.

Anspieltipps:

  • Razamanaz
  • Hair of the dog
  • Piece of my heart
  • Shanghai’d in Shanghai
  • Woke up this morning
  • Turn on your receiver
  • Teenage nervous breakdown

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „Nazareth“
comments powered by Disqus