Soundtrack - Harry Potter And The Half Blood Prince - Cover
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Soundtrack Harry Potter And The Half Blood Prince


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles läuft auf das unvermeidliche Ende hin. Nicht nur der Abschluss der siebenbändigen Harry Potter-Reihe mit dem letzten Kapitel „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ ließ bei Fans der weltbekannten Romanfigur von Joanne Kathleen Rowling Bedauern zurück, auch der einige Monate nach hinten verschobene Kinorelease des sechsten Bandes „Harry Potter und der Halbblutprinz“ bildet logischerweise die Vorlage für das Finale eines der zauberhaftesten Popkulturphänomene der letzten Jahrzehnte und steuert auf das letzte Duell zwischen dem Zauberlehrling und seinem Erzfeind Lord Voldemort hin. Mit einem äußerst großzügigen Budget von 250 Millionen Dollar ausgestattet, reiht sich die Romanverfilmung, die erneut in die Hände von Regisseur David Yates abgegeben wurde, in die Riege der derzeit teuersten Hollywoodstreifen ein und dürfte aller Voraussicht nach für einige Rekorde an den Kassen sorgen, schließlich ist die Ausformulierung des Werkes von Rowling in Bild und Ton stets für einige optische Leckerbissen gut gewesen und somit selbst bei geringem Interesse prädestiniert eine Kinokarte zu lösen.

Erneut als Komponist hat nach John Williams (Teil 1-3) und Patrick Doyle (Teil 4) Nicholas Hooper Platz genommen. Dieser versucht seiner Filmmusik im Vergleich zum Vorgänger eine etwas andere Note zu geben und zeigt sich dieses Mal wesentlich klassisch orientierter, was dem Franchise auf keinen Fall schadet, sind Abnutzungserscheinungen so gleich im Vorhinein beseitigt. Das markante Thema von Williams (z.B. „Hedwig´s Theme“ aus dem ersten Teil) blitzt zwar noch kurz auf, mit Chorpassagen („In noctem“, „Journey to the cave“), perkussiven Elemten („The slug party“, „The Weasley Stomp“), schwärmerischem Klavier („Malfoy´s mission“) und gezupften Gitarren („When Ginny kissed Harry“, „Harry & Hermione“) wendet sich Hooper allerdings klar seiner eigenen Handschrift zu. Das führt auch zu solch amüsanten Ausreißern wie dem jazzigen „Wizard wheezes“ oder dem dezent folkloristisch angehauchten „Farewell Aragog“, wo außerdem kleine Reminiszenzen an das Traditional „Auld lang syne“ auszumachen sind.

Diese netten Kunstgriffe evozieren immer wieder eine bildhafte Gestik, die allein ohne Kenntnis des Inhaltes des Buches entweder Trauer, Freude oder Leid transportieren, was schließlich Sinn und Zweck von Filmmusik ist, was Hooper ein weiteres Mal fast ohne Beanstandungen gelingt. Leider verstrickt er sich vor allem in den letzten Stücken auf eine zu schwelgerische, herkömmliche und altbekannte Inszenierung der oben beschriebenen Emotionen, sodass man das Gefühl bekommt, er würde Werke anderer Komponisten rezitieren. Allein die düsteren und leicht verstörenden Hitchcock-Momente („Journey to the cave“, „Inferi in the firestorm“) gab es schon bei Doyle (also Teil 4) und langgezogene Orchesterpartien, die in ein Crescendo münden, sind auch nicht unbedingt originell. Dennoch muss Hooper eingestanden werden, mit seiner zweiten Arbeit für das Potter-Franchise einen durchaus akzeptablen Nachfolger geschaffen zu haben. Sollte er also ebenso für die beiden letzten, ausstehenden Verfilmungen engagiert werden (Teil 7 wird in zwei Hälften geteilt), kann man zumindest schon einmal sicher sein, dass die Musik in guten Händen ist.

Anspieltipps:

  • In Noctem
  • The Slug Party
  • Farewell Aragog
  • Malfoy´s Mission
  • Into The Pensieve
  • Harry & Hermione

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