Down Below - Wildes Herz - Cover
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Down Below Wildes Herz


  • Label: Premium Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gothic, New-Wave, Dark: all diese bösen, bösen Musikrichtungen werden von der „dunklen Szene“ allzu gerne gehört. Dann kommt eine, im Gegensatz zu so manch anderer Band dieses Genres, Band daher, die es schafft genug Aufmerksamkeit des Mainstreams zu erlangen und plötzlich sind die Synthies wieder salonfähig. Down Below ist eine Rockformation aus Sachsen-Anhalt, die sich mit ihrem Debüt „Sinfony 23“ landesweite Bekanntheit erspielt hat und das zu Recht, wie man sich eingestehen muss. Nachdem das komplette Debüt eher überraschend komplett englisch war (bekannt wurden sie schließlich durch die Single „Sand in meiner Hand“), besinnt man sich nun wieder auf die Muttersprache. Mut, der belohnt wird?

Die diversen Einflüsse, die Down Below einsetzen programmieren auch dieses Mal natürlich eine eher finstere Stimmung hervor, doch das passt ja, denn bei den deutschen Texte der Marke „Sand in meiner Hand“ werden nun nicht wenige Texte à la Samsas Traum und Deine Lakaien erwarten. Ob ihnen dabei auch nicht ihr eigener Stil abhanden kommt, ist natürlich eine weitere, spannende Frage. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „Euphorie“ ist irgendwo zwischen exzessiver Dance-Wave-Musik und dem bekannten Metal. Auch wenn Dark und Wave unverkennbar ihren Einfluss üben, wird dieser erst in „Alle Deine Wege“ offensichtlich. Keine bretternden Gitarrenwände, sondern der elektrische Klang und die Wolfsheimgedächtnisstimme stehen im Vordergrund.

„Frei“ badet sich dann wieder in Metalriffs der weicheren Sorte und erinnert sehr an das letzte Output der Band. Auch „Wildes Herz“ ist ein Melodikrocker, wie schon vom letzten Album bekannt. Die Texte halten dabei durchgängig eine Qualität wie sie schon die Eisblumen (großteils) schafften, welche man als Genrepartner durchaus nennen darf, wenngleich sanfter Rave, Dark und Gothic hier viel vorherrschender und differenzierter zu Tage treten. Nachdem aber schon der Titeltrack ein paar Harmonien vorwies, die verdächtig bekannt vorkommen, ist die Ballade „Die Letzten Worte“ insgesamt ein Werk, das sich an seiner Austauschbarkeit ergötzt. Schade, denn bisher waren die Songs doch sehr charaktervoll.

„Keine Einzige Träne“ – eine weitere Ballade, wie könnte es auch anders sein? – macht den Job schon um Einiges besser. Allerdings dürfen hier auch wieder die Gitarren mitwirken. Die Schlagzahlen werden anschließend durch „Das Ende“ sehr sacht erhöht. Die zarten Refrains sind, das beweist vor allem dieser Song, Geschmackssache. So überragend ist Neo-Scopes Kopfstimme dann auch nicht. Diese Schwäche wird von Fans allerdings wohl kaum als Schwäche bezeichnet und viel lieber lenken wir mit der anschließenden Hymne „Unter Eis“ ab, die nicht überragend ist, von seiner Struktur allerdings schon jetzt als Liebling feststeht. Was Streicher und pompöse Arrangements so alles anrichten können.

Der Abschluss der CD liefert nicht mehr wirklich Neues, sondern spiegelt mehr oder weniger gegebene Strukturen wieder. Wave und Dark dürfen noch „Ein Letztes Mal“ richtig im Rampenlicht stehen und auch eine Zuckerballade („Bei Dir“) erklingt zu leisem Piano und wabernden Elektroklängen. Alles in allem haben Down Below wieder ein Debüt abgeliefert. Allzu groß ist der Unterschied zum eigentlichen Debüt nämlich nicht, doch die Texte sind durchgehend gut und (beinahe) durchgehend gut. Das fällt bei einem Album in Muttersprache natürlich mehr ins Gewicht. Da ihnen das gelingt, ist auch ihr neuer Silberling „Wildes Herz“ als durchaus gelungenes Album zu betrachten.

Anspieltipps:

  • Euphorie
  • Alle Deine Wege
  • Wildes Herz
  • Bei Dir

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