God Fires Man - Life Like - Cover
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God Fires Man Life Like


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass es die Amerikaner von God Fires Man als Band bereits seit 2006 gibt, dürfte in Deutschland kaum einem aufgefallen sein. Auf eine Veröffentlichung des eigentlichen Debütalbums „A Billion Balconies Facing The Sun“, welches in den USA im Februar 2008 erschien, müssen wir uns noch bis zur zweiten Jahreshälfte von 2009 gedulden. Dann wird es hierzulande über Arctic Rodeo Recordings mitsamt exklusiver Bonustracks auf den Markt gebracht. Aktuell jedoch kommt das Quartett, welches Ex-Mitglieder der Hardcore/Post-Hardcore Bands Bold sowie Garrison beheimatet, erst einmal mit „Life Like“ als Album Nr. 2 um die Ecke und rockt losgelöst, mit der Hardcore-Vergangenheit zwar im Rücken, doch musikalisch wird bis auf vereinzelte Shouts schlicht kraftvoller Rock geboten, der erdig und markant jede Menge Energie ausstrahlt, allerdings keine Hochgeschwindigkeit benötigt, um Wucht zu vermitteln.

Abgeklärt und sich der eigenen und jahrelang erprobten Stärken bewusst, geht es mit dem Opener „Kill The Pundits“ gleich in die Vollen samt wirbelndem Schlagzeug und langsam Fahrt aufnehmendem Tempo, während die Gitarren stramm, aber doch melodisch den Hörer mitreißen. Bei derart vielseitigen Rhythmuswechseln und instrumentaler Breitseite reichen auch die gut zwei Minuten von „Kill The Pundits“, um Vorfreude auf das noch Kommende zu entfachen und das Eis mal eben vollends zu brechen. Die singenden Gitarristen Arthur Sheperd sowie Joseph Grillo wissen nicht nur dank schneidender Riffs und hymnischer Melodien zu begeistern, sondern kommen auch besonders stark zum Zug, wenn die Vocals zweistimmig auf kernige Art die eh schon druckvolle Angelegenheit bekräftigen.

Groß, wie sich die Rhythmusabteilung in „It´s Always Late“ in vertrackten Regionen behauptet, um dann doch wieder höchst eingängig die Zügel zu lockern. Und wer bei „Procreating Atheists“ noch grundlos gähnt und als vermeintlich „echter“ Punkrocker den Song als Stadionrock verschmäht, darf sich eines besseren belehren lassen, im hymnischen Midtempo-Stampfer alle Klischees beiseite legen und sich einfach über wahnsinnig druckvolle Rock-Musik freuen, die jeder Szene-Polizei freundlich aber bestimmt „Lebe wohl“ sagt und wie bei „Procreating Atheists“ zum Ende das Gaspedal durchtritt. God Fires Man bedienen sich wohl dosiert im Punkrock, bei ohrwurmbehaftetem Garage-Rock, lassen manchmal ihre eigene Hardcore-Historie durchscheinen, atmen gelegentlich den Blues und sind vor allem Rock: Gut und technisch versiert mit Weitblick, was einfach Freude macht.

Anspieltipps:

  • It´s Always Late
  • Procreating Atheists
  • A Billion Balconies Facing The Sun
  • Training Bullets

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