Spiritus Mortis - The God Behind The God - Cover
Große Ansicht

Spiritus Mortis The God Behind The God


  • Label: Firebox/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Spiritus Mortis als hartnäckig zu bezeichnen, wäre wohl eine glatte Untertreibung. Die seit 1987 bestehende Truppe hat sich zwar ohne mit der Wimper zu zucken der Schublade des Doom Metal verschrieben, die neben einigen üblichen Verdächtigen den in dieser Stilrichtung agierenden Bands nie wirklich das große Geld gebracht hat, aber das erst nach fast 20 Jahren ein Plattenvertrag zustande kommt, hätten die Finnen wohl selber nicht gedacht. Daher verwundert es keineswegs, dass viele Mitglieder kamen und gingen und selbst nach zwei Deals (Rage Of Aghilles, Black Lotus) das Personenkarussell noch nicht vollends still stand. Mit der dritten Scheibe „The god behind the god“ bei ihrem nunmehr dritten Label Firebox dürfte die Reise für Sami Hynninen (Gesang), Jussi Maijala (Gitarre), Kari Lavila (Gitarre), Teemu Maijala (Bass) und Jarkko Seppälä (Schlagzeug) allerdings vorerst beendet sein, sodass das Hauptaugenmerk nunmehr auf die Musik gerichtet werden kann.

Die präsentiert sich jedoch nicht als sture Black Sabbath-Kopie, sondern legt mit einigen Ausnahmen den Schwerpunkt auf düster verhangene Nebelschleier, die im fahlen Abendlicht am Ohr des Hörers vorbeischleichen. Schleppendes Riffing und ein dunkles, bitterböses Szenario, das dem Stillstand huldigt, ist das Markenzeichen von Spiritus Mortis. Eines, das dem Fünfer sowohl positive als auch negative Assoziationen einbringt, schließlich sind „Curved horizon“, „When the wind howled with a human voice“ und der Titeltrack mit ihren insgesamt über 25 Minuten keine leicht verdaulichen Brocken und durch eine gewisse Ähnlichkeit im Sound schwer voneinander zu unterscheiden. So kann es schon mal passieren, dass hier die Skip-Taste zum Einsatz kommt und eher den flotteren Nummern Einlass in die Gehörgänge gewährt wird.

Unter dem Namen „Man of steel“, „Heavy drinker“ und „Perpetual motion“ verstecken sich diese Heavy Rock infizierten Ausreißer, welche „The god behind the god“ eine ambivalente Ausstrahlung geben, stehen diese drei Songs schließlich im krassen Gegensatz zu der zähflüssigen Lava, die die Finnen ansonsten zelebrieren. Der größte Bonus, den Spiritus Mortis besitzen, ist aber zweifellos Sänger Sami, der neben einer rauchigen Rockröhre auch die dunklen Seiten seiner Band glaubwürdig untermauert und noch dazu bei „Man of steel“ einen gelungenen, hysterischen Kreischanfall loslassen darf und im Titeltrack eine packende Spoken Word-Einlage vorlegt, die mit der abgrundtief schwarzen Stimmung gegen Ende des Songs perfekt harmoniert und so eine Brücke zu den Schweizern von Celtic Frost schlägt.

Doch selbst wenn die Wandlungsfähigkeit von Sami in die Sphären eines Rob Lowe (Candlemass, Solitude Aeturnus) vordringt, die Monotonie der instrumentalen Seite wird damit nicht gänzlich ausgelöscht. Daher bleibt letzten Endes eine zwiespältige Platte, die sehr gute Ansätze in sich birgt, aber viele davon nicht ordentlich umzusetzen weiß. Wird diese fehlende kompositorische Kompaktheit allerdings mit dem sonstigen Werdegang der Truppe in Verbindung gebracht, so stehen die fünf Herrschaften ohnehin erst am Beginn ihrer Karriere und haben noch genügend Zeit die goldene Mitte zu finden.

Anspieltipps:

  • Death Bride
  • Man Of Steel
  • Heavy Drinker
  • The God Behind The God

Neue Kritiken im Genre „Doom Metal“
Diskutiere über „Spiritus Mortis“
comments powered by Disqus