Bury Me Deep - Nearly Down - Cover
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Bury Me Deep Nearly Down


  • Label: Silverdust/SOULFOOD
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Michelle Darkness (Gesang, Gitarre) dürfte trotz seiner Hauptband End Of Green, die erst letztes Jahr mit „The sick´s sense“ (08/2008) einen mehr als überdurchschnittlichen Longplayer vorgelegt haben, als Musiker nicht vollständig ausgelastet sein. Nicht nur, dass der Stuttgarter mit der Weltschmerz-Stimme ein eigenes Soloprojekt am Laufen hat, auch die reanimierte Truppe Die Fuge, welche sich nun unter dem Banner Bury Me Deep erneut zusammen gefunden hat, wertet er mit seinem pathetisch aufgeladenem Organ auf. Zusammen mit Leshi Love (Gitarre), Pain Pianowski (Bass) und Carl Lost (Schlagzeug) konstruiert er ein atmosphärisches Geflecht aus melancholisch geschwängerten Rockstücken, die zwar allesamt eine hohe Qualität aufweisen, aber dennoch hinter ihren Möglichkeiten bleiben.

So schmiegen sich die stets düster verhangenen Kompositionen durch ein weiches Klangbild, sehnsuchtsvolle Melodien und allgemein gefälliger Struktur genüsslich in die Gehörgänge, mehr als Dienst nach Vorschrift liefern Bury Me Deep aber nicht ab. Dabei halten die dreizehn Kompositionen ein hohes Niveau und gleiten nie in Trivialitäten oder klischeehaftes Overacting ab, wirklich neue Ideen vermisst man aber dennoch. Die schwarz gefärbte Welt eines Robert Smith (The Cure) oder den Sisters Of Mercy ist zwar allgegenwärtig, für den ganz großen Wurf wird aber mehr erwartet als elegische Schwelgereien darzubieten, die sich mit balladeskem Unterton im Selbstmitleid suhlen.

Hin und wieder schaut eine seufzende Klaviermelodie vorbei („The angel´s handshake“), es geht äußerst rockig zur Sache („Dead people walk“, „Devil´s daughter„, „Beside myself„), spärlich instrumentierte Schmachtfetzen werden angeboten („Vampire´s empire“) oder Pop-Strukturen Marke HIM („Cobalt blue light„, „2 cirles (without an end)“) runden die Scheibe ab. Wie gesagt „Nearly down“ ist an und für sich keine schlechte Platte, aber der Teufel steckt eben im Detail und dort können die vier Deutschen leider keine altbekannten Genre-Barrieren durchbrechen, was allein in „The pain“ hörbar wird, wo Bury Me Deep neben reiner Wiederholung nichts Interessantes zu sagen haben. Gothic-affine Nachtschwärmer werden am Reboot von Die Fuge aber trotzdem Gefallen finden.

Anspieltipps:

  • Mother Mary
  • Drag By Drag
  • Burn My Soul

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