Sarah Jane Morris - Where It Hurts - Cover
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Sarah Jane Morris Where It Hurts


  • Label: Weatherbox/ALIVE
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 50jährige Britin Sarah Jane Morris ist schon seit den 1980ern aktiv. Der ein oder andere dürfte sich noch an ihre Cover-Version des Songs „Don’t Leave Me This Way“ mit den Communards erinnern. Oder an ihre Cover-Version von „Me And Mrs Jones“ (Billy Paul) als Solokünstlerin. Mit den Jahren reifte sie zur selbständigen Singer/Songwriterin und war immer ein Original, dank ihrer unverwechselbaren Stimme, die Vergleiche mit Nina Simone, Janis Joplin und Tom Waits nach sich zog. Die maskuline Färbung ihrer Stimme ist dann auch das Besondere an ihr. Musikalisch reicht ihr Spektrum von Pop, Soul über Jazz bis zum Blues.

Mit ihrem neuen Album „Where It Hurts“ unterstreicht die Engländerin ein weiteres Mal, dass sie es versteht – in Kooperation mit ihren Begleitmusikern – perfekte Songs zu komponieren und einzuspielen. Darin liegt dann auch ein erstes Problem, denn die Perfektion führt hier in die Sackgasse. Alles ist aalglatt ausproduziert und Morris’ eigentlich authentische Stimme scheint fehl am Platze. Obwohl man dem Album anhört, dass ausgezeichnete Musiker und eine großartige Sängerin zu Gange waren, zünden die 13 Songs nicht richtig. Weder inspirieren noch berühren sie den Zuhörer. Das Songmaterial wirkt beliebig und flach, changiert zwischen, Pop, Soul und Jazz, ist aber weder Fisch noch Fleisch. Das mag im Mainstream Radio herausragen, als eigenständiges emotionales Singer/Songwriter-Album taugt es nicht. Die Arrangements wirken zwar vordergründig, hinterlassen aber keine bleibenden Spuren und so verpuffen die Bläser- und Streichersätze in der perfekten Produktion und den auf Mainstream getrimmten Kompositionen.

Leider geht Sarah Jane Morris niemals dorthin wo es weh tut, obwohl es der Albumtitel großspurig anpreist. Selbst ihre einmalige Stimme geht im Fahrwasser der Radiotauglichkeit unter. Das gepflegte, perfekte Singer/Songwriter-Album für den vermeintlich erwachsenen Hörer. Das obligatorische Glas Rotwein verkommt hier zum allzu offensichtlichen Klischee.

Anspieltipps:

  • A World To Win
  • Illumination
  • Betrayal

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