9goats Black Out - Black Rain - Cover
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9goats Black Out Black Rain


  • Label: CLJ Records/ALIVE
  • Laufzeit: 27 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

CLJ Records hat im Frühjahr diesen Jahres wieder eine junge, hoffnungsvolle Band in Japan gefunden und direkt für Deutschland unter Vertrag genommen: 9Goats Black Out, bzw. ryo (Gesang), UTA (Gitarre) und hati am Bass. Ryo hatte gerade seine vorige Band verlassen und so gründete sich die Band Ende 2007, Anfang 2008 wurde bereits eine erste recht erfolgreiche CD aufgenommen. Danach begann die Band live aufzutreten und hatte innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche Fanbase vorzuweisen. So ließ es auch nicht lange auf sich warten, bis Europa Wind von der Band bekam. Nun wird ihre zweite in Japan erschienene CD „Black Rain“ auch hier veröffentlicht. Mit 27 Minuten kann man wohl eher von einer EP als einer LP sprechen, doch was die Jungs in dieser Kürze an Variantenreichtum und Spielfreude auf eine Scheibe pressen ließen, das schaffen andere Bands in ihrer ganzen Karriere nicht.

Erst mal passiert 30 Sekunden bei „A light“ fast nichts außer leisen, undefinierbaren Hintergrundgeräuschen, dann aber legen sie los und das auf für europäische Ohren ungewohnte Weise, mit einem Instrumental-Mix aus Jazz, fast Free-Jazz, und Swing. Wenn dann der angenehme Gesang einsetzt, verändert sich die Musik in Richtung Pop später wieder Rock. Dies alles passiert aber so unmerklich, dass es dem Hörer gar nicht bewusst klar wird. Eine Fingerfertigkeit, die von Talent zeugt. Dass der Bass an vielen Stellen eine wichtigere Rolle als die Gitarre übernimmt, zeigt sich vor allem bei „Salome“, wo in den Strophen teilweise aberwitzige Bassläufe zu vernehmen sind. Stilistisch geht’s hier größtenteils in Richtung Pop, der übrigens kurioserweise durch Growls unterstützt wird, aber auch der Rock blitzt hier und da für Sekunden auf.

„In The rain“ ist eine Softrocknummer, bei der erneut der Bass das wichtigste Instrument neben dem Gesang ist, vor allem der wunderschöne Refrain bleibt lang im Gedächtnis haften und manch ein Zuhörer mag froh sein, dass dem Album sowohl der Japanische, wie auch die englische Übersetzung beiliegen. Dadurch versteht der dem Japanischen nicht mächtige Hörer, was gesungen wird und kann mitsingen, wozu der Refrain definitiv einlädt.

Nach dem Synthesizer-Zwischenstück „Moses“, das die CD in zwei imaginäre Hälften teilt, folgt mit „Romeo“ ein Song der sich vor allem in der ersten Hälfte anhört als ob die Red Hot Chili Peppers japanische Rockmusik integriert haben, sieht man einmal vom sehr prägnanten Gesang von Ryo ab, der hier erst heiser, dann sanft singt. Hier erklingt einmalig ein Klavier, das in seinem Klang dem Song die letzte Würze gibt. „Headache“ ist genau wie der Name schon sagt ein Stück, das manchen Kopfschmerzen bringen dürfte, anderen, die hinter die Songstruktur kommen wollen, Kopfzerbrechen bereiten wird. Direkt zu Beginn legen alle Musiker los, als ob es sich um eine Jamsession von Jazz- und Metal-Musikern handelt. Dann wird wieder einen Gang zurückgeschaltet, aber nicht lange und das Gewitter bricht wieder los, diesmal in einer Instrumentalpassage, die selbst Menschen mit absolutem Gehör Angstschweiß auf die Stirn treiben wird. Zum Finale des Songs singt dann Ryo wieder sehr heiser, während einer der anderen Musiker mit einer Falsettstimme hinzukommt.

„Tenshi“ ist eine Popballade, die nach dem vorherigen Kopfschmerz wie eine Aspirin-Tablette wirkt und den Hörer nach all den musikalischen, in diesem Fall positiven, Strapazen wieder in den Alltag entlässt. Neben der musikalischen Klasse sei an dieser Stelle die Produktion gelobt, sie gehört mit zum Besten seit langem.

Anspieltipps:

  • Salome
  • In the rain
  • Headache
  • Tenshi

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