Jack´s Mannequin - The Glass Passenger - Cover
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Jack´s Mannequin The Glass Passenger


  • Label: Sire/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„I wanna hear some music, now that they’re driving us all underground. Not the radio music, or the satellite singing this.” Diese Zeilen schallen dem Hörer von „The Glass Passenger”, dem zweiten Studioalbum von Jack’s Mannequin, zum Auftakt entgegen. Eine in gewisser Weise paradoxe Aussage, wie sich im weiteren Verlauf des Albums zeigen wird: Was die vier Kalifornier hier anbieten passt größtenteils ins Profil jedes Mainstream-Senders. Und auch die durchaus respektable Chart-Platzierung beim bereits einige Monate zurückliegenden US-Verkaufsstart spricht eine andere Sprache. Ob diese Massentauglichkeit nun ein Zeichen für gute Qualität oder doch eher einen ernst zu nehmender Kritikpunkt darstellt sei dem jeweiligen Leser selbst überlassen – er sollte sich aber darüber im Klaren sein, was ihn auf diesem Album erwartet.

Der Klang der 2004 gegründeten Band ist schnell beschrieben: zu dem im Genre üblichen Ensemble aus Gitarre, Bass und Schlagzeug gesellt sich neben den durchaus gefälligen Vocals von Andrew McMahon, dem Kopf der Band, in sämtlichen Songs eine mal mehr, mal weniger deutlich hervortretende Klavierstimme. Diese reicht allerdings heutzutage kaum noch aus, um der Musik eine individuelle Note zu verleihen und auch das Songwriting der US-Amerikaner weicht nur selten von gewohnten Strukturen ab. Doch glücklicherweise gibt es diese seltenen Momente auf „The Glass Passenger“: „Bloodshot“ hebt sich trotz eines eher schwachen Refrains erfrischend vom Rest des Albums ab und das mehr als 8-minütige „Caves“ zeigt mit einem ausgedehnten und sehr gelungenen Piano-Intro, dass dieses Instrument keineswegs nur dazu dient, einfache Gitarren-Riffs mit eingängigen Melodien zu unterlegen.

Unter den weiteren Titeln finden sich darüber hinaus einige Lieder mit beachtlichem Hit-Potential. An erster Stelle sind hier sicherlich die Single „The Resolution“ sowie das starke „American Love“ zu nennen, aber auch bei anderen Tracks ist ein Chart-Erfolg nicht auszuschließen. Einen Innovations-Preis wird Jack’s Mannequin mit diesem Album sicherlich nicht gewinnen können – aber das ist auch gar nicht nötig. Viel mehr sollte dieses Werk stets vor dem Hintergrund der mittlerweile überwundenen Krebs-Erkrankung McMahons betrachtet werden: die größte Leistung ist definitiv, dass diese CD überhaupt erscheinen kann. Laut seiner eigenen Beschreibung handelt sie weniger vom Krebs selbst, „es geht vor allem um die Heilung. Ich habe versucht, mit Hilfe der Musik Ordnung in das zu bringen, was mir passiert ist.“ „The Glass Passenger“ ist nicht zuletzt ein Album der Hoffnung für all jene, die ein ähnliches Schicksal teilen.

Anspieltipps:

  • Spinning
  • American Love
  • Bloodshot
  • The Resolution
  • Caves

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