KISS - Kissology Vol. 1: 1974-1977 - Cover
Große Ansicht

KISS Kissology Vol. 1: 1974-1977


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 407 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das erste „Kissology“ DVD-Paket ist nicht unbedingt ein Must have.

Eine der größten Rockbands der Welt feiert sich selbst. Das Unterfangen „Kissology – The ultimate Kiss collection“ soll in vier Ausgaben, von denen nun die erste auch hierzulande erhältlich ist, einen kompletten Überblick über die turbulente und extravagante Geschichte der wohl schrillsten Musikgruppe der Welt bieten. Im Vergleich zu den (lediglich drei) bereits seit Ende 2007 in Amerika erhältlichen Boxen, bietet sich bei Volume 1 das gleiche Bild, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Import-Jäger sind mit ihrer Version also genau so gut bedient wie Nachzügler. Das betrifft jedoch nicht nur den Inhalt, sondern auch die unterschiedlich beigefügten Bonus-Discs, die jeweils ein anderes Konzert (entweder aus der Cobo Arena, Madison Square Garden oder dem Capitol Centre) als Draufgabe präsentieren. Einzig und allein die Anschaffung wird den Europäern erleichtert. Musste in den USA der gewillte Käufer noch bei verschiedenen Handelsketten wie Walmart, Best Buy oder Amazon seine Sammlerleidenschaft stillen, reicht nun ein einziger Gang in das nächste gut sortierte Elektronikfachgeschäft. Die Frage, wieso bei der Neuveröffentlichung diese Kundengängelei nicht weggelassen wurde (alle drei Bonus-Konzerte würden zusammen locker auch auf eine Disc passen), können womöglich nicht einmal Kiss selbst beantworten.

Wie dem auch sei, kommen wir zum Inhalt der zwei Haupt-DVD´s. In stets bescheidener Bildqualität im 4:3-Format, bei der meist nur das Wichtigste (also die Bandmitglieder) zu erkennen sind, offenbaren die Rockveteranen für Hardcore-Fans ein wahrlich überbordendes Arsenal an Live-Material, welches am Stück sicherlich nur von all jenen durchgehalten wird, die die beigefügte Backstage Pass-Replik neben ihre eigene originale hängen. Das Warum ist leicht erklärt, stellt sich bei vier kompletten Konzertmitschnitten und einigen kleineren Zwischenauftritten schließlich eine gewisse Wiederholung ein, sodass zum Beispiel „Black diamond“ (sechs Mal), „Nothin´ to lose“ oder „Firehouse“ (beide vier Mal) bald der Skip-Taste zum Opfer fallen. Wenigstens kann den Jungs, die damals in Urbesetzung mit Paul Stanley (Gitarre, Gesang), Gene Simmons (Gitarre, Bass), Ace Frehley (Gitarre, Gesang) und Peter Criss (Schlagzeug, Gesang) allerlei Krawall und Radau auf der Bühne veranstaltet haben, nicht abgesprochen werden, nicht mit vollem Körpereinsatz ihre explosiven Shows bestritten zu haben.

Neben dem Live-Material ist aber vor allem die Einbindung von zeitgenössischen Fernsehberichten oder –auftritten der Band interessant, spiegelt sie die wie eine Seuche um sich greifende Hysterie für die Make Up tragende Truppe zumindest ansatzweise gekonnt wieder und zeigt mit ironischen Kommentaren oder witzigen Showeinlagen (z.B. beim Paul Lynde Halloween Special 1976), das der Vierer seine Sache mit viel Humor und Selbstbewusstsein angeht. Alles in allem fällt diese etwas neutralere Sicht auf die Anfänge der millionenschweren Maskerade viel zu kurz aus um von einer wirklichen Bandbiographie in Bild und Ton zu sprechen und auch die im hübsch aufgemachten Booklet angeführten Notizen der Band über jeweilige Auftritte und/oder Begebenheiten abseits der Bühne sind mehr eine nette Draufgabe denn essentiell für Erforscher des Kiss-Mythos. Klar, aller Anfang ist schwer und auch „Kissology Volume 1“ macht da keine Ausnahme. Das sehr dürftige Bild, welches in punkto Schärfe und Kontrast sicherlich besser nachbearbeitet werden hätte können, sowie der im sehr überschaubaren Rahmen gehaltene musikhistorische Einblick macht das erste DVD-Paket nicht unbedingt zu einem Must have, wer allerdings die geballte Ladung Rock´n´Roll in sein Wohnzimmer schleusen will, sollte hier gewiss nicht zögern.

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
5.5/10

Power Up
  • 2020    
Diskutiere über „KISS“
comments powered by Disqus