Swashbuckle - Back To The Noose - Cover
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Swashbuckle Back To The Noose


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Arrrrr! Was passiert, wenn die Tonspur von „Fluch der Karibik“ auf eine Kreuzung aus Anthrax und Slayer trifft? Swashbuckle! Admiral Nobeard (Bass und Gesang), Commodor RedRum (Gitarre) und Captain Crashride (Schlagzeug) mischen die Szene mit ihrem ausgefallenen Konzept so richtig auf. Nach ihrem Debütalbum „Crewed By The Damned“ (2006) präsentieren die drei aus New Jersey stammenden Wasserratten zum zweiten Mal eine bunte Reise ins Reich der Holzbeine, Augenklappen, Totenkopf-Flaggen und Haifischbecken. Swashbuckle (zu Deutsch: „poltern“) sind bei weitem nicht die erste Piraten-Metal-Band. Doch die bisherigen Vertreter der Stilrichtung waren dem Folk Metal viel näher, während auf „Back To The Noose“ hauptsächlich der gedroschene Punk abgeht. Abgesehen von zwei Ausnahmen erreicht nicht ein Titel die Dreiminutenmarke, was der Scheibe viel Rasanz zuspricht. Der Opener „Scurvy Back“ kommt im Punk-Kleid daher und entfaltet sich dann mit der röhrenden Stimme von Admiral Nobeard zu astreinem Thrash Metal. Titeltrack „Back To The Noose“ legt dann noch einen Zahn zu und heizt in bester Anthrax-Manier ordentlich ein. Hier merkt man, dass die Band ihren Stil zurecht auch als „In Yar Face Metal“ bezeichnet.

Swashbuckle geben sich aber nicht nur mit Texten über Schiffsschlachten zufrieden, sondern schaffen mit vielen kreativen Einlagen eine echte Piraten-Atmosphäre. Bestes Beispiel dafür ist der liebevoll produzierte Skit „Rime Of The Haggard Marine“ mit den Erzählungen eines alten Seemanns und einem krachenden Ende, das perfekt zur brettharten Mitgröl-Hymne „Cruise Ship Terror“ überleitet. In „Cloudy With A Chance Of Piracy“, „Carnivale Boat Ride“, „La Leyenda“ und dem besonders hübsch geratenen „The Tradewinds“ belässt man es bei rein instrumentalen Klängen, im tropischen Unplugged-Stil, versteht sich. Diese entspannten Interludien scheinen in ihrer Funktion ähnlich wie eine Unterteilung des Albums in viele kleine Akte, was jeweils auf den folgenden Titel gespannt macht. Für das richtige Ambiente wird also hingebungsvoll gesorgt. Swashbuckle schaffen damit den Spagat zwischen der humorvollen Piraten-Thematik und hartem Uptempo-Metal. So funktioniert ein unterhaltsames Konzeptalbum.

Vom ersten Seegelsetzen und erfolgreichen Raubzügen mit anschließendem Saufgelage bis hin zum finalen Schiffbruch im haiverseuchten Meer ist die Tracklist von „Back To The Noose“ gut durchdacht, und macht aufgrund des roten Fadens und dem Band-Humor einfach Spaß. Thrash Metal made by Swashbuckle ist mal nicht bedrohlich und auf böse getrimmt, sondern lädt zu einer ausgelassenen Piraten-Party ein, voller Sommerhits, die zu „in yar face“ fürs Radio sind. Produziert wurde das Ganze übrigens von Ron „Bumblefoot“ Thal, der seit 2006 bei Guns n‘ Roses in die Saiten haut. „Back To The Noose“ ist noch besser als der Erstling „Crewed By The Damned“. Dennoch ist das zweite Album fast schon ein Klon des ersten, weshalb die Band demnächst neue Ideen braucht, um den Karren nicht an die Wand zu fahren. Solange darf man aber unbeschwert mit Rum-Glas in der Hand und Pommesgabel in der Luft den Kopf schwingen. In diesem Sinne: Trinkt aus Piraten, Yo-ho.

Anspieltipps:

  • Rounds Of Rum
  • Rime Of The Haggard Mariner
  • Cruise Ship Terror
  • The Tradewinds
  • It Came From The Deep!

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