As You Drown - Reflection - Cover
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As You Drown Reflection


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Ahnung, ob sich Metal Blade dieses Jahr absichtlich auf wütende Todesblei-Veröffentlichungen spezialisiert hat oder ob der hohe Prozentanteil an Death Metal-Signings dem Trend folgt endlich mal wieder die richtige Härte in die Musik zurückzubringen, da die Qualität aber meist gestimmt hat, dürfte dem geneigten Käufer dieser Kurs ziemlich egal sein. Diesen Freitag sind nämlich nicht nur die Neulinge As You Drown mit ihrem Debüt „Reflection“ an der Reihe, sondern auch Job For A Cowboy dürfen mit „Ruination“ eine neue Abrissbirne präsentieren, wodurch nur mit diesen zwei Platten jeder Fan modernen Metals für ein paar Wochen ausgesorgt haben dürfte.

Keine Ahnung, wo allein Henrik Blomqvist (Gesang), Mikael Åkerström (Gitarre), Simon Exner (Gitarre), Robert Karlsson (Bass) und Martin Latvala (Schlagzeug) ihre Wut und Aggressivität hernehmen, aber das gleich zu Beginn ihres Erstlings in Schallmauergeschwindigkeit loslegende Fünferpack „Ruins and dead ends“, „Horns“, „What is worst“, „Driven by hatred“ und „Swallow“ knallt mit tiefer gestimmten Gitarren, markerschütternden Growls und einem Wirbelsturm an der Doublebass aus allen Rohren, dass ein frontaler Zusammenstoß mit einer Tanklaster wesentlich schmerzfreier vonstatten gehen dürfte als die geballte Wucht dieser Kompositionen der fünf Schweden abzubekommen.

Trotz eines kompakten und griffigen Aufbaus sind es aber meist die allzu hasserfüllten Blastbeatattacken, die von granatsplitterartigen Riffs flankiert werden, die „Reflection“ ein wenig die Konsistenz und Eigenständigkeit rauben, ist eine derartige kompromisslose Verwendung der Instrumente nach all den in letzter Zeit aus dem Boden sprießenden Deathcore-Bands keine wirkliche Offenbarung mehr und mit puren Knüppelorgien schon lange kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Dennoch verkneifen sich As You Drown ausufernde Spielereien und saufen nicht in progressiven Frickeleien ab, sondern beschränken sich auf eine eingängige Struktur, die nach dem herbeigesehnten Ruhepol „The last“ mit „Open wound salvation“ und dem starken Abschluss „Needles“ zum finalen Kinnhaken ausholt, der jeden auf die Bretter schicken dürfte. Gelingt den Herrschaften mit der zweiten Scheibe einen eigenen Sound zu kreieren, der nicht wie 150 andere Todesblei-Fraktionen klingt, dann müssen sich einige Kuschelrock-Kapellen da draußen ordentlich warm anziehen, denn technisch zeigen die Jungs absolut keine Schwächen. Bleibt also nur noch abzuwarten, ob die Schweden in ein paar Jahren damit dann den Eintritt in die Oberliga schaffen. Die Zeichen stehen dafür keinesfalls schlecht.

Anspieltipps:

  • Needles
  • Driven By Hatred
  • Open Wound Salvation

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