Elektrik Kezy Mezy - Elektricity - Cover
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Elektrik Kezy Mezy Elektricity


  • Label: Flowerstreet Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf den ersten improvisierten Band-Sessions werden noch, mehr schlecht als recht, die Songs der großen Vorbilder gecovert, bis irgendwann auf der Suche nach einem eigenen Stil die ersten eigenen Titel entstehen. Bestärkt vom wohlwollenden Feedback von Freunden und Bekannten versucht man sich nach geraumer Zeit erstmals auf kleineren Bühnen im Umland, meistens nur vor einer Hand voll halbherziger Zuhörer. Und eines Tages gelingt der erste große Schritt: nach unzähligen erfolgslosen Castings und Bewerbungen steht man zum ersten Mal als Vorband vor einem größeren Publikum. Die Zuhörerschaft wächst, der Name der Band verbreitet sich, und irgendwann betritt die Band ein Aufnahmestudio um die längst in Fleisch und Blut übergegangenen Tracks für immer festzuhalten. Nach endloser Suche findet sich schließlich ein interessiertes Plattenlabel und das lang ersehnte Debütalbum kann endlich erscheinen. Es folgen der große Durchbruch und der Beginn einer Traum-Karriere als Musiker.

So oder so ähnlich lesen sich die Biographien von unzähligen Bands auf der ganzen Welt, doch nur einige wenige können die Geschichte bis zu Ende schreiben. Elektrik Kezy Mezy haben es inzwischen immerhin bis zur vorletzten Stufe geschafft: ihr Album „ElektriCity“ wird von Flowerstreet Records vertrieben und hat nun die Chance, sich auf dem Musik-Markt zu beweisen. Enthalten sind all die Titel, mit denen sich Amadeus und Frank in den letzten Monaten rund um München einen Namen gemacht haben. Die beiden – es handelt sich tatsächlich nur um ein Duo – zeigen sich dabei sehr bemüht, den rauen Sound ihrer Live-Auftritte auch auf ihrem ersten Longplayer zu erhalten. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen: eine Gitarre, ein Schlagzeug und eine beinahe heiser anmutende Stimme verleihen „ElektriCity“ den sympathischen Sound einer echten Garage-Rock-Produktion.

Wirklich überzeugen können die Münchener dabei leider trotzdem nur selten: Das Schlagzeug kommt kaum über den Status eines reinen Begleitinstruments hinaus und folglich liegt es einzig und allein am Gitarristen Amadeus, die nötigen Akzente zu setzen. Kein Song vergeht ohne laute Gitarren-Riffs, selbst die Halb-Ballade „To Make You Mine“ entwickelt zwischenzeitlich eine beachtliche Lärmkulisse. Ein bisschen mehr Abwechslung würde dem Album auch bei nur 33 Minuten Laufzeit gut zu Gesicht stehen. „The Robot“ beginnt zwar sehr vielversprechend und zeigt einige starke Ansätze, unterscheidet sich dann aber im Refrain doch weniger vom Klang des restlichen Albums als zunächst erhofft. Im Prinzip lässt sich die Musik von Elektrik Kezy Mezy in einem halben Satz beschreiben: geradlinige, raue und rhythmische Rock-Songs. Ein bisschen erinnert das alles sogar an die Anfänge der Arctic Monkeys – jedoch ohne deren Vielseitigkeit und musikalische Tiefe mit all ihren verspielten Details auch nur annähernd zu erreichen. Dafür können die Briten allerdings auch auf das doppelte Personal zurückgreifen…

Anspieltipps:

  • To Make You Mine
  • The Robot
  • Acting In Affection
  • Today

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