Siva - Same Sights, New Light - Cover
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Siva Same Sights, New Light


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Warum eigentlich immer nach Weilheim zum Kollektiv um The Notwist schielen oder gar in den USA bei Saddle Creek und all seinen verzweigten Bands die Entdeckungsreise starten, wenn nun doch schon seit geraumer Zeit in Berlin die hochklassige Gesellschaft um I Might Be Wrong, Nils Frahm, SDNMT und eben Siva für ellenlange Verzweigungen sorgt. Auch wenn es an sich reicht, einzelne Bands bzw. Künstler aus dieser umtriebigen Musikerfamilie kennen und lieben zu lernen, kann doch ein Blick zur Seite nicht schaden. Quasi genau in der Mitte dieser frei gewählten Verwandtschaft finden sich Siva und ihr mittlerweile zweites Album „Same Sights, New Light“, das zumindest im kleinen Kreis, dafür aber umso sehnlicher erwartet wurde und vollkommen überzeugt.

Vielschichtig, ideenreich und doch immer mit jeder Menge Pop und Ohrwurmbereitschaft gesegnet, ist es vor allem die warme Stimme von Sänger und Multi-Instrumentalist Andreas Bonkowski sowie die einschmeichelnde Mischung aus Electronica, Folk-Pop und Melancholie, die sofort überzeugt. Dennoch lohnt sich jede Mühe, die man sich über den ersten Eindruck hinaus mit „Same Sights, New Light“ gibt. Das zart strahlende, von dominierenden Akustikgitarren, wehmütigen Piano-Akzenten und einer spannungsreichen Dramaturgie getragene „I Count Shapes“ ist so ein Song, den man sich durchaus erarbeiten muss, dafür aber umso beeindruckender den Hörer umschmeichelt. Man nehme nur das im Kontext als lärmig zu bezeichnende Ende von besagtem Song, welches in das gradlinige „One Line“ mündet und dort die hymnische Seite von Siva offenbart. Melodische Breakbeats und eine hitverdächtige, ja tanzbare Struktur, die den lieblichen Gesang Andreas´ nochmals in der Intensität steigert, erschaffen eine Gänsehaut, die auch auf der Tanzfläche funktioniert.

Siva verstehen es, diese beiden Pole aus komplexeren, sich wendenden Arrangements und straighten Pop-Hymnen, denen neben der Elektronik auch immer ein großer organischer Anteil anhaftet, vollkommen verschmelzen zu lassen. Dabei steht die rein instrumentale Seite dieser gelungenen Mixtur in nichts nach und lässt zwischen den Eckpfeilern aus Synthesizer sowie klassischer Gitarre-Bass-Schlagzeug-Grundlage einer vielseitigen Verzierung durch Piano und Percussions viel Raum. Vollkommen harmonisch und gelungen kann man daher das Zweitwerk aus dem Hause von Siva bezeichnen und an dieser Stelle noch einmal dem fesselnden Gesang von Andreas Bonkowski huldigen.

Anspieltipps:

  • Misery Box
  • I Count Shapes
  • One Line
  • A Place Worth Mentioning

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