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Lenka Lenka


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrer kindlich anmutenden Stimme erinnert Lenka zuweilen an ihre Kollegin Lily Allen.

Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder! Zum Beispiel, wenn aus dem alltäglichen Grundrauschen des Radioprogramms plötzlich und unerwartet ein kleines Lied heraussticht, das das augenblickliche Geschehen zum Stillstand bringt und den vermeintlichen Hörer wirklich einmal zum Zuhören zwingt. So geschehen vor ungefähr zwei Monaten, als „The show” seine ersten Radioeinsätze in Deutschland erhielt. Es ist die Debütsingle von Lenka Kripac (31), einer australischen Sängerin und Schauspielerin (keine seltene Kombination, wir alle kennen die Namen...) aus der Metropole Sydney, die ihren Lebensmittelpunkt vor ein paar Jahren in die USA, nach Los Angeles verlegte, weil sie dort ihren beruflichen Zielen besser nachkommen kann.

Dazu zählt, dass die Tochter eines tschechischen Jazzmusikers nach ihrem Gastspiel in der Electro/Ambient-Band Decoder Ring, in der sie sang und Keyboards spielte, sowie diversen Engagements in TV-Serien, Independent-Filmen und Theaterrollen, endlich ein Soloalbum aufnehmen wollte. Durch ihre musikalische Vorgeschichte mit Decoder Ring, die u.a. den mit Preisen überschütteten Soundtrack zum Kinofilm „Somersault“ (2004) ablieferten, bekam Lenka relativ leicht einen Plattenvertrag bei dem Majorlabel Epic Records. Die Aufnahmen zu ihrem Debüt fanden 2007/2008 in Montreal, Los Angeles und Woodstock statt, im September 2008 wurde das Album in den USA auf den Markt gebracht.

Aber zurück zu „The show“, das sich in Deutschland bis in die Top 20 der Single Charts vorarbeitete. Der Song ist mit einer niedlichen Pianomelodie ausgestattet, die von einer kindlicher Stimme umschlossen wird, die sich im Laufe des Liedes über das Leben als schlechte Show beschwert, für die man sein Eintrittsgeld zurückfordern sollte. Das hat Witz und Charme und lässt zwischen all den 08/15-Popsongs aufhorchen – schraubt die Erwartungshaltung aber auch kräftig in die Höhe.

Dass Lenka mit einem Majorvertrag an den Start geht, sieht man allein an der Liste der Produzenten, die sich um das Debütalbum der 31-Jährigen kümmerten: Mike Elizondo (Fiona Apple, Jay-Z, Maroon 5), Stuart Brawley (The Rolling Stones, Don Henley, Celine Dion), Pierre Merchand (Sarah McLachlan, Daniel Lanois, Rufus Wainwright), John Alagia (Dave Matthews Band, John Mayer, Mandy Moore, Ben Lee) und Jason Lader (Blindside, Coldplay, Jakob Dylan, The Kills). Von den elf Songs auf „Lenka“ hat die Australierin drei alleine geschrieben, bei den übrigen acht war sie zumindest als Co-Songwriterin dabei. Das zeigt, dass sie bei allen hochkarätigen Helfern um sie herum kein gezüchtetes Produkt eines Majorlabels darstellt.

Mit ihrer kindlich anmutenden Stimme erinnert Lenka zuweilen an ihre Kollegin Lily Allen, der sie auch in Teilen musikalisch ähnelt. Denn wie wie die Britin, setzt auch die Australierin gerne auf Bläser, Streicher, Vibraphon, Piano, Akkordeon und Gitarre sowie mit persönlichen Erfahrungen angehauchte Herz/Schmerz/Beziehungstexte. Diese werden – wie es sich für ein poppiges Songwriter-Album gehört – in höchst eingängige Melodien verpackt, die niemanden wehtun und nicht selten etwas beliebig klingen („Don’t let me fall“, „Anything I’m not“, „Knock knock“). Doch immer wieder schleichen sich herrliche Pop-Perlen wie „Trouble is a friend“, „Dangerous and sweet“, „Skipalong“ oder „Live like you’re dying“ in die Tracklist ein, mit denen sich „Lenka“ am Ende problemlos oberhalb des Durchschnitts platzieren kann.

Wenn Lenka den Niedlichkeitsfaktor ihrer Lieder in Zukunft etwas reduzieren würde, stünde einer Karriere als ernstzunehmender Sängerin und Songschreiberin nichts mehr im Weg. Denn neue Gesichter und Stimmen tun dem Genre gut und die Australierin hat bereits jetzt tolle Ansätze an den Tag gelegt, um sich einen nachhaltige Namen in der Singer/Songwriter-Sparte zu machen.

Anspieltipps:

  • The show
  • Skipalong
  • Trouble is a friend
  • Dangerous and sweet
  • We will not grow old

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