Zoot Woman - Things Are What They Used To Be - Cover
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Zoot Woman Things Are What They Used To Be


  • Label: Snowhite/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Hörer, der Neues erforschen will oder der etwas Besonderes sucht, wird eher enttäuscht sein.

Da dachte man schon, der junge Stuart Price hat nach der Produzententätigkeit für Madonna, Seal und The Killers („The Day & Age“), doch irgendwie den falschen Pfad eingeschlagen. Denn das war im Gegensatz zu seiner Stammband Zoot Woman, die mit zwei Alben die Herzen der Kritiker gewann, doch nicht das Niveau, welches man von dem Briten gewohnt war.

Zoot Woman gelang mit 80er-Jahre-Synthiepop eingehüllt in moderne Klänge der Durchbruch. Das wird nun drei Jahren Schweigen fortgesetzt. Zwölf neue Tracks ersannen die Blake-Brüder, Mister Price und Beatrice Hatherley an den Keyboardtasten. Das erklärte Ziel scheint dabei eindeutig zu sein, die Tanzflächen der Clubs zu füllen. Schon fast unverschämt eingängig, aber trotzdem mit vielen frischen elektronischen Ideen offenbart sich das Kompositionstalent von Zoot Woman. Bei aller Euphorie schleichen sich auch einige Songs dazwischen, die zwar anfangs gut klingen, doch dann ein wenig zu perfekt um sich selbst kreisen, dass darf man nicht verschweigen. „Just an friend of mine“ ist dafür ein gutes Beispiel, weil der Track wenig Abwechslung bietet. Das sanfte „Take you higher“ glänzt dagegen mit ungewohntem Gefühl, welches die unterkühlt wirkende Stimmung einiger Songs vergessen lässt. Ebenfalls zur „Chill-Out“-Fraktion gehört „Blue Sea“, das mit schleppendem Tempo eine Ohrwurm-Melodie dem Hörer unaufhaltsam ins Gedächtnis einhämmert.

„Saturation“ oder „Memory“ machen dafür Tempo und geben sich dem Elektro-Pop der 80iger Jahre hin. Die Bewertung dieses Retro-Pop, den Zoot Woman mit zeitgemäßen Arrangements, bei denen Gitarren und Drums nicht fehlen, verschönern, fällt schwer, denn eine Affinität zur elektronischen Musik muss schon vorhanden sein, um ins Schwelgen zu geraten. Der Hörer, der Neues erforschen will oder der etwas Besonderes sucht, wird eher enttäuscht sein, es ist dennoch ein überdurchschnittliches Werk geworden, dass Zoot Woman geschaffen haben, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Take You Higher
  • Saturation
  • Blue Sea

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