Portugal. The Man - The Satanic Satanist - Cover
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Portugal. The Man The Satanic Satanist


  • Label: Defiance Records/CARGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier EPs und nun vier Alben hat die amerikanische Band Portugal. The Man seit 2006 veröffentlicht, da kann man sie schon als fleißige Arbeitsbienen bezeichnen. Sogar das CD-Cover wurde wie immer selbst gestaltet und hebt sich wohltuend vom meist visuellen Einerlei anderer Bands ab.

Das vorliegende Album Nummer vier glänzt zwar nur mit 34 Spielminuten, aber die lassen einen nicht kalt. Mit eindeutig sommerlicher Frische zelebrieren Leadsänger Gourley und Co. zunächst etwas ruhigere Klänge der ersten Tracks mit dem bekannt locker-leichten hohen Gesang, die sich auf die feinen Melodien konzentrieren und sehr eingängig daherkommen und beginnen dann später dem bekannten Indie-Rock zu frönen.

„The Sun“ vereint die genannten Stärken der Band am besten: Starker Band-und Einzel-Gesang und gekonnte Melodieführung durch Gitarre und Drums ergeben einen „Indie-Sommer-Hit“ verdächtigen Track. Den Single-Charterfolg scheinen aber die Männer aus Alaska, die in Portland leben, doch so gar nicht zu wollen: Die ersten Werke besaßen Ecken und Kanten, mal psychedelisch angehauchter, elektronisch verspielter oder klassischer 70er-Jahre-Rock wurden gereicht und schielten dabei selten auf Radiotauglichkeit. Spätestens beim letzten Album „Censored Colours“ wurde aber klar, dass ihre Fähigkeit gute Songs zu schreiben, durchaus auch mal ins Radio führen kann. Eingängigkeit und dadurch bedingte Kommerzialisierung wird ja gern als Vorwurf genannt, wenn die Lieblingsband auch plötzlich so vielen anderen gefällt, aber Portugal. The Man sorgen mit musikalischer Qualität für nun endlich zu sehende Erfolge, wer kann das verurteilen?

„Guns and Dogs“ gehört zu den Songs, die Keyboard-Spielereien, geschickt gesetzte Breaks und Komplexität vereinen, die einigen anderen Tracks bewusst nicht innewohnt, da sie lieber auf den wirklich schönen Gesang und die gute Melodie setzen. Auch „Do you“ zieht das Tempo dann ausnahmsweise schön an und ist ein klassischer Portugal.the Man-Song, der rockt und auch kurze Atempausen besitzt. Der zweite Teil der CD lässt also die „alten“ Portugal. The Man erklingen und wenn „The Morning“ mit einer schönen Ballade inklusive markantem Gitarrenriff, die so furchtbar kurzen 34 Minuten beendet, weiß man einfach, dass die Band zu Recht so viel veröffentlicht. Sie schaffen hier eine perfekte Sommerscheibe, die zwar an einigen wenigen Stellen die Songs nicht unterscheidbar machen, aber es gibt keinen schlechten Track darunter und es passt die Mixtur aus lauten und leisen Stücken.

Wer also Entspannung und gute Musik sucht, wird hier fündig: Portugal. The Man setzen diesmal mehr auf fast schon Motown-Soul-Momente, die den Rockmusikanteil spürbar abmildern und sie entfernen sich ein großes Stück weit von den früheren Jam-Orgien der Gitarrenfraktion. Wie immer bei Portugal. The Man zählt nicht der herausragende Song, sondern die harmonische durchaus überraschende Mischung, die wieder einmal stimmt.

Die Limited-Edition, die nur in den deutschsprachigen Ländern erscheint, enthält eine weitere CD namens „The Majestic Majesty“, die mit Akustikversionen des gesamten Albums (bis auf einen Song) aufwartet und diese illustrieren noch mehr den souligen Charakter und die Spielfreude der Band, die immer eine neue Facette ihres musikalischen Könnens offeriert.

Anspieltipps:

  • The Sun
  • Do You
  • Morning

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