Vast - Me And You - Cover
Große Ansicht

Vast Me And You


  • Label: 2 Blossoms/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Denken wir einmal etwas mehr als zehn Jahre zurück ins Jahr 1998, als der Erstling der amerikanischen Band Vast erschien: Auf seinem selbstbetiteltem Debüt verband Songwriter und Hauptakteur Jon Crosby elegant krachende Gitarren mit düsteren Electrobeats und veredelte das Ganze mit religiösen Anleihen wie z.B. Mönchschören zu kraft- („Touched“) oder auch gefühlvollen („Flames“) Songs, die gerade durch das letztgenannte Feature eben nach wie vor etwas ganz besonderes sind. Es ist also schon höchst bedauerlich, wenn man als Hörer feststellen muss, dass von eben jenem speziellen Sound auf dem inzwischen sechstem Album des Texaners nicht mehr viel übrig geblieben ist und eher „gewöhnliche“ Lieder im akustischen Singer-/Songwriter-Gewand zu hören sind.

Natürlich ist gegen künstlerische Weiterentwicklung wie immer überhaupt nichts einzuwenden, sondern zu befürworten, aber die hier gebotene Entwicklung ist vielleicht doch eher ein lang gezogener Rückschritt, als eine echte Bereicherung. Schließlich war schon der zweite Longplayer „Nude“ (2004) ein gutes Stück konventioneller geraten als das Debüt. Wenn nun „You Should Have Know I Would Leave“ oder „I Thought By Now” reduziert auf (Akustik-) Gitarre, Bass und Schlagzeug ertönen, stellt sich jedoch nicht nur die Frage nach dem Sinn der musikalischen Ausrichtung, sondern es fällt auch auf, dass die Songs einfach nicht mehr die Kraft haben, den Hörer wirklich zu berühren.

Dabei sind die Lieder auf „Me & You“ ganz sicher nicht schlecht. Es fehlt über weite Strecken einfach nur das gewisse Etwas, das Besondere, was die früheren Werke ausmachte. Zwar ist „Until I Die“ wirklich etwas zu schmalzig geworden oder „Everything Has Changed“ mit seiner countryesken Mundharmonika dann zu unpassend, doch kommen danach mit dem schaukelndem „I'm Afraid Of You“ oder dem endlich etwas an Fahrt aufnehmenden „Hotel Song“ auch noch ein paar stärkere Stücke, doch vollkommen überzeugen können die Songs nie. Die durchgängig melancholische Stimmung auf „Me And You“ scheint manchmal als einziges von dem ursprünglich so speziellen Bandsound übrig geblieben zu sein. Über ein durchschnittliches Album kommen Vast hier leider nicht hinaus. Bedenkt man jedoch, dass das Album bereits für 2,49 US-Dollar auf der Bandhomepage zum Download bereit steht, sollten Interessierte auf jeden Fall reinhören.

Anspieltipps:

  • You Should Have Know I Would Leave
  • I'm Afraid Of You
  • Hotel Song
  • She Found Out

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Into The Great Unknown
  • 2017    
Diskutiere über „Vast“
comments powered by Disqus