Florence + The Machine - Lungs - Cover
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Florence + The Machine Lungs


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die eindringliche Stimme von Florence Welch und die vielfältige Instrumentierung der Popsongs bleiben im Kopf.

In Großbritannien bereits erfolgreich und umjubelt, schickt sich Florence Welch an, auch das restliche europäische Festland zu erobern. „Meine Musik soll sich so anfühlen, als ob man sich von einem Baum stürzt, oder von einem Hochhaus; oder als ob man in die Tiefen des Ozeans gerissen wird und keine Luft mehr bekommt“, sagt sie. Gefühlvoll und dramaturgisch, leidenschaftlich und intensiv, sind ein Großteil der Songs, die sich auf dem Debütalbum „Lungs“ befinden. Von einer Band begleitet, dessen Mitgliederkarussell sich ständig dreht, verbindet Welsh düstere Themen mit einer vielfältigen und häufig euphorisch klingenden Instrumentierung: „Das gesamte Album handelt von der Liebe – und dem damit verbundenen Schmerz“.

Die Extravaganz des bunten, aber dennoch etwas bedrohlich wirkendem Artwork, zeigt sich dabei genauso märchenhaft in der Musik: „Dog Days Are Over“ beginnt sanft und reduziert, steigert sich und fällt, rast und rastet, um schließlich mit einem Knall zu enden, der zeigt, wie kräftig und klar die Stimme von Welch sein kann. Es kommen Klavier, Gitarre, Streicher, Harfe, Synthies und fast sakrale Chöre zum Einsatz, unterlegt von kraftvollen Drums. „I'm Not Calling You A Liar“ ist eine gefühlvolle Ballade, die trotz des Bombasts niemals zu ersticken droht.

Das traurig-düstere „Girl With One Eye“ kommt zunächst lediglich mit Gitarre und Gesang aus, bis sich Drums und Chöre nach vorne drängen. Der „Drumming Song“ macht mit den Percussion-orientierten Strophen seinem Namen alle Ehre und „Blinding“ setzt nach verträumtem Beginn auf Stakkato-Drums und gezupfte Streicher; ein atmosphärisch feinfühliger Song, der glücklicherweise auf einen hymnenhaften Refrain verzichtet.

Es ist jedoch nicht alles goldig auf dem Debüt der britischen Sängerin: Das aus der Werbung bekannte „Kiss With A Fist“ will mit seiner Fuzz-Gitarre so gar nicht zum feinfühligen Rest der Platte passen, „Hurricane Drunk“ beharrt zu sehr auf seinem Refrain und auch der Bonus-Track „You've Got The Love“ kann nicht so recht das Niveau der anderen Songs halten.

Am besten sind Florence And The Machine, wenn sie ihren Song immer weiter aufbauen und zu furiosem Finale führen, immer weitere Instrumente hinzufügen und sich ineinander windende Chöre zum Einsatz kommen. Auch ansonsten finden sich fast ausschließlich starke Stücke auf dem Album, wobei die eindringliche Stimme von Florence Welch und die vielfältige Instrumentierung der Popsongs im Kopf bleiben, die mit einer Vielzahl an musikalischen Einflüssen wie z.B. Klassik liebäugeln. Ein starkes Debüt!

Anspieltipps:

  • Dog Days Are Over
  • Drumming Song
  • My Boy Builds Coffins
  • Blinding

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