Mr. Brown - Phoenix Sessions - Cover
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Mr. Brown Phoenix Sessions


  • Label: Ocean Records/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch lebt die CD und junge erfrischende Bands gehen neue Wege. Eine Split DoCD, die auch als Vinyl erscheinen wird, mit einer deutschen und isländischen Band, hatten wir meines Wissens noch nicht. Finde ich ne gute, nachahmenswerte Idee. Zumal wenn – wie im vorliegenden Fall – die Bands so ausgezeichnet zusammenpassen. Mit Ocean Records starteten sie zudem ihr eigenes Label, dessen Veröffentlichungen von Cargo vertrieben werden.

Beginnen wir mit Mr Brown, die bisher eine sehr wechselhafte „Karriere“ hatten. Daniel Brown (Gesang, Gitarre) hat hierzu ganz eindrucksvolle Liner Notes geschrieben, die tiefe Einblicke ins Rock’n’Roll Leben dieser bemerkenswerten Band gewähren. In den relativ wenigen Jahren sind sie durch Höhen und Tiefen des Business gegangen. Die Songs ihres neuen Albums „Phoenix Sessions“ spiegeln diese Wechselbäder in 13 Songs wieder. Die überschäumende Energie und Euphorie des Vorgängers „It’s All Happening“ ist zwar nicht verschwunden, jedoch in andere Bahnen gelenkt. Soll man es Erfahrung nennen, was Mr Brown hinzugewonnen hat, Ernüchterung oder Zweifel? Wahrscheinlich von allem ein wenig und dass dem so ist, ist gut, denn ihre neu erworbene Rock’n’Roll Melancholie steht ihnen ausgezeichnet.

Wie viel rohe und pure Energie in ihnen steckt, beweisen sie mit „Can’t Stop“. Live traut man denen zu so manche britische UK-Indie-Rock-Band an die Wand zu spielen. In den hohen Stimmen-Chor von „Dancing In The Hall“ fällt man spätestens nach dem dritten Hören mit ein. Und immer schwingt eine Art nervöser Verzweiflung, ein melancholischer Aufschrei in den Mr Brown Songs mit. Das ist es dann auch was sie – neben dem ungewöhnlichen Songwriting – über andere hinaushebt, sie einzigartig macht. Energie & Euphorie vs. Verzweiflung & Melancholie könnte man die neue Mr Brown CD auf einen Nenner bringen. Rock’n’Roll, der nicht erwachsen werden will, aber die Erfahrung nicht leugnen kann. So in etwa muss diese zündende Mixtur entstanden sein. Die Songs sind simpel und komplex zugleich, sie bleiben auch nach mehreren Durchläufen auf hohem Niveau. Nicht zuletzt überzeugt Daniel Browns exaltierter Gesang, der gewiss zu den Besten in deutschen Landen gerechnet werden muss.

Wer intelligenten Indie-Rock britischer Prägung mag, der sollte an Mr Brown nicht vorbeigehen. Im Gegenteil: „Phoenix Sessions“ ist ein absoluter Pflichtkauf für den Indie-Rock-Liebhaber.

Anspieltipps:

  • Can’t Stop
  • Dancing In The Hall
  • For A While
  • Take A Drink

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