DevilDriver - Pray For Villains - Cover
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DevilDriver Pray For Villains


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem „The last kind words“ (06/2007) hierzulande noch 1 ½ Monate vor dem offiziellen Release in Amerika auf den Markt gekommen ist um die Truppe rund um Dez Fafara (Gesang), Mike Spritzer (Gitarre), Jeff Kendrick (Gitarre), Jon Miller (Bass) und John Boecklin (Schlagzeug) in unseren Breitenkreisen bekannter zu machen, so erscheint Devildrivers viertes Album „Pray for villains“ in Europa und in den Staaten wieder zur gleichen Zeit. Ob das jetzt bedeutet, dass das Vorhaben gescheitert oder geglückt ist, ist eigentlich nebensächlich, denn mit „Pray for villains“ schmeißen Devildriver ihre bislang ausgereifteste Scheibe an den Start, obwohl sie weder die Melodic Death Metal-Nuancen im Vorgänger weiter ausbauen noch stärker an Härte oder ähnlichem zulegen, sondern schlicht und ergreifend alles was die Truppe bislang ausgemacht hat kräftig durchmischen und so eine heftige Breitseite abliefern, die das richtige Maß an Verspieltheit, Technik-Gebärden, Knüppelparts und Zugänglichkeit aufweist.

Konsequenten Stillstand nennt man wohl das, was der Fünfer der Metal-Gemeinde präsentiert, denn neue Ansätze oder etwaige Experimente werden vergebens gesucht. „Wir haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, mit diesem Album noch brutaleres, noch härteres und noch schnelleres Material als beim letzten Mal aufzunehmen” erklärt Fafara und brüllt sich sogleich im titelgebenden Opener die Seele aus dem Leib, die eine wunderbare Liaison mit der polternden Bassdrum und den Thrash-Riffs eingeht bis im Chorus die Rübe gebangt werden und nach knapp vier Minuten „Pure sincerity“ im groovigen Midtempo vorbeischneien darf und mit den im Anschluss aus den Boxen brechenden Tracks „Fate stepped in“, „Back with a vengeance“, „I´ve been sober“ und „Resurrection Blvd.“ für Melodic Death/Thrash-Fans eine wahres Fest an messerscharfen Leads, explosiven Blastbeat- und technisch versierten Drum-Attacken in höllischem Groove abfeuert, dass die zweite Hälfte von „Pray for villains“ erst einmal hinten angestellt und die Repeat-Taste in Anspruch genommen wird.

Doch Devildriver haben noch lange nicht ihr Pulver verschossen und schreddern in „Forgiveness is a six gun“ erst einmal munter drauf los, prügeln nach ruhigem Einstieg unentwegt auf den Hörer ein („Waiting for november“), drosseln das Tempo zugunsten eines schleppenden Rhythmus („It´s in the cards“), verschmelzen Musik und Text zu einem unwiderstehlichen Konglomerat aus donnernden Beats und scharfzüngigen Lyrics („Another night in London“), haben mit den durchschnittlichen Nummern „Bitter pill“ und „Teach me to whisper“ einen kurzen Durchhänger und ziehen mit „I see belief“ zum Abschluss noch einmal die Daumenschrauben sowie das Tempo an und hinterlassen, nachdem sich der Staub gelegt hat, nicht mehr als Schutt und Asche. Keine Frage, „Pray for villains“ ist Metal in Reinkultur und zwar in seiner feinsten und fast vollkommensten Form. Einige Abzweigungen sind bekannt und die musikalische Basis für den Longplayer keineswegs neu, aber mit welcher Perfektion Devildriver ihre Version von extremen Metal kredenzen, ist mit einigen Abstrichen einfach makellos. Ein ganz klarer Anwärter für die Bestenlisten 2009!

Anspieltipps:

  • Pure Sincerity
  • I´ve Been Sober
  • Back With A Vengeance
  • Another Night In London
  • Forgiveness Is A Six Gun

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