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Afrob Der Letzte Seiner Art


  • Label: G-Lette Music/Intergroove
  • Laufzeit: 59 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor zehn Jahren legte der Stuttgarter Rapper Robert Zemichiel alias Afrob einen Traumstart im deutsche Rap-Business hin. Auf dem Four-Music-Label der Fantastischen 4 verbuchte er mit der Single „Reimemonster – Feat. Ferris MC“ und dem dazugehörigen Album „Rolle mit Hip Hop“ sechsstellige Verkaufserfolge. Solche Zahlen sind heute, wo ehemals stolze Rap-Labels wie Optik Records und Aggro Berlin am Ende sind, ein Traum.

Doch auch Afrobs Traum hielt nicht ewig. Zwei weitere Soloalben (2001 und 2005), dazwischen das ASD-Projekt mit Kumpel Samy Deluxe („Wer hätte das gedacht?“, 2003), dann hieß es auch für den heute 32-Jährigen neue Prioritäten zu setzen. Für Afrob bedeutete das, sich selbst und seine Familie in den Vordergrund zu stellen und der HipHop/Rap-Szene vorübergehend den Rücken zu kehren.

Vier Jahre nach seinem vorerst letzten Release „Hammer“ ist Afrob nun mit seinem neuen Studioalbum „Der Letzte seiner Art“ zurück. Es erscheint auf seinem frisch gegründeten Label G-Lette Music und soll ausdrücklich nicht als Comeback angesehen werden. Denn aus seiner Sicht war Afrob eigentlich nie weg vom Fenster. Deutscher HipHop und Afrob, das gehört einfach zusammen. Auch nach so langer Zeit, in der sich so viel getan hat. Schließlich ist nichts schnelllebiger als die heutige Musikszene. Heute in, morgen out, übermorgen vergessen.

Das weiß auch der 32-Jährige und rappt in „Wo sind die Rapper hin?“ und „Wat is los“ mit Blick auf die Szene: „Die anderen haben mehr verkauft, aber ich besser gerappt“. An dieser These ist wohl etwas dran, wobei die von der Konkurrenz verbreiteten Verkaufszahlen häufig total überzogen sind – und der Fan wundert sich dann, warum vermeintlich erfolgreiche Labels ganz plötzlich pleite sind. Solche Themen arbeiten in Afrob und so reflektiert er in der Mehrzahl der 15 Tracks über seinen Status in der HipHop-Szene und das Rap-Biz als solches.

Das ist inhaltlich hochinteressant, musikalisch dagegen relativ eintönig, da in Sachen Beats kaum Variationen stattfinden. Da hilft es auch nichts, wenn Kollegen wie Samy Deluxe, Dean Dawson, Jayson Biggz, Sarah oder Cassandra Steen mit an Bord sind. Der Track mit der zurzeit unheimlich angesagten Duettpartnerin Cassandra Steen zählt zum Beispiel zu den schwächsten des gesamten Albums, während die Kollaboration mit Camouflow als rockige Überraschung wieder Boden gutmacht. Damit geht das Afrob-Comeback, das keins sein will, gerade so als solides Deutsch-HipHop-Album durch, mit dem sich allerdings keine Bäume ausreißen lassen.

Anspieltipps:

  • Babygirl
  • I want u
  • Mein Ding
  • Mein Kampf
  • So lange her
  • Was wollt ihr?

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