Nebra - Sky Disk - Cover
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Nebra Sky Disk


  • Label: Pelagic Records/SPV
  • Laufzeit: 18 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das eng mit dem Musikerkollektiv The Ocean („Precambrian“ – November 2007) verbundene und vor kurzem ins Leben gerufene Label Pelagic Records, hat es sich zur Aufgabe gemacht nicht nur stur eine Band nach der anderen unter Vertrag zu nehmen, sondern will dem Hörer als Qualitätssiegel dienen, wodurch die unter ihren Fittichen stehenden Acts neben der richtigen musikalischen Perspektive auch in punkto Artwork, Style und künstlerischer Weitsicht überzeugen müssen. Als erster Vorgeschmack wurde ein liebevoller Re-Release der 2004er Scheibe „Fluxion“ der Post Metal-Truppe The Ocean an den Start gebracht und mit der EP „Sky disk“ des schweizerischen Vierers Nebra beweist das Label erstmals seinen feinen Spürsinn für Bands, denen in Zeiten der Downloads das komplette Album mit CD, sinnvollem Konzept und sinnesunterstützendem Booklet genauso wichtig ist wie die Musik selbst.

Zwar liefern Philippe Hess (Gitarre), Jerome Pellegrini (Gitarre), Robert Emslie (Bass) und Samuel Kraher (Schlagzeug) mit der instrumentalen Vertonung der auf der Himmelsscheibe von Nebra befindlichen astronomischen Themenkreise (die graphisch ebenfalls ins Artwork eingebunden wurden) im Grunde genommen nur eine kleine, 18-minütige Aufwärmübung in Sachen episch anmutenden und vor Intensität strotzenden Post Metal ab, der sich an die Fersen von bereits etablierten Truppen wie Isis, Neurosis, Mastodon oder Pelican heftet, doch durch die Wucht und Dringlichkeit, mit der sie ihr Vorhaben präsentieren, gelingt es ihnen spielend die Spannung aufrecht zu erhalten und gleich mehrere Durchgänge hintereinander heraufzubeschwören. Wenn es am instrumentalen Sektor einen Preis für die am besten genutzte Viertelstunde gibt, Nebra würden zu den Spitzenanwärtern gehören.

Keine Frage, die Kurzplatte, die das Schweizer Gespann, welches unter anderem Mitglieder aus Bands wie Mumakil, Knut, Forge oder Nostromo beheimatet, veröffentlicht hat, macht eindeutig Lust auf mehr. Gar nicht auszudenken, was für ein grandioser Brocken auf uns zukommen mag, wenn es Nebra zustande bringen, die rohe Energie, die hier schon in Perfektion ihre Runden dreht, auf einen Longplayer zu bannen, an dem angeblich schon fleißig gearbeitet wird. Für Post-Metal-Aficionados und Freunde packender und hervorragend in Szene gesetzter Instrumentalmusik ist diese Truppe also auf jeden Fall im Auge zu behalten.

Anspieltipps:

  • Tannhäuser Gate
  • Shoulder Of Orion
  • Sailing The Methane Seas

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