Amon Amarth - The Avenger (Re-Release) - Cover
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Amon Amarth The Avenger (Re-Release)


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zeit für Metal Blade, die Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen und Neuauflagen der ersten vier Amon-Amarth-Scheiben auf den Markt zu werfen.

Nach der Umbenennung von der Grindcore zockenden Truppe Scum zu Amon Amarth (1992), den zwei Mini-Alben „The arrival of the Fimbul winter“ (1994) und „Sorrow throughout the nine worlds“ (1996), von denen ersteres nicht einmal regulär bei einem Label erschienen ist, sondern aus eigener Tasche finanziert wurde, ging es für Amon Amarth mit ihrem Metal Blade-Einstand „Once sent from the golden hall“ (02/1998) erst so richtig los. Der einsetzende kommerzielle Erfolg und das positive Echo der Fans und Kritiker führte 1 ½ Jahre später zu „Avenger“ (09/1999), der den recht simplen, aber effektiven Sound des Debüts fortsetzte und weiter ausbaute. Glücklicherweise musste die Ur-Fassung nicht mit den selben Aufnahmeschwierigkeiten wie das Debüt kämpfen, sodass der zweite Longplayer von Johan Hegg (Gesang), Johan Söderberg (Gitarre), Olavi Mikkonen (Gitarre), Ted Lundström (Bass) und Fredrik Andersson (Schlagzeug) schon sehr ordentlich aus den Boxen hämmerte.

Exakt neun Jahre später veröffentlichten Amon Amarth dann ihr kommerziell erfolgreichstes Album „Twilight of the thunder god“ (09/2008), das sogar Platz 50 der amerikanischen Billboard Charts enterte. Zeit also für ihr Stammlabel die Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen und Neuauflagen der ersten vier Amon Amarth-Scheiben auf den Markt zu werfen. Wie schon beim „Once sent from the golden hall“-Re-Relase (02/2009) handelt es sich dabei um ein hübsches Digipack mit stark erweitertem Booklet, das ausführliche Statements der Band zur jeweiligen Platte und den einzelnen Tracks, eine Bonus CD und natürlich die remasterte Version des Originalalbums beinhaltet. Im direkten Vergleich zur Erstveröffentlichung ist das nachbearbeitete Klangerlebnis hier aber bei weitem nicht so stark wie zwischen Debüt und der aufgemotzten Neuauflage. Zwar klingen die Kompositionen druckvoller und lebhafter, Besitzer der Version aus 1999 müssen aber schon sehr empfindliche Ohren haben um das als entscheidenden Kaufgrund in Betracht zu ziehen.

Unbedarfte Amon Amarth-Jünger, die die Anfangstage der fünf meuchelnden Vikinger erst erschließen müssen, erfreuen sich am leicht aufpolierten Sound und bekommen zudem noch als Draufgabe die Live-CD, die erneut alle Stücke des Originals vor Publikum aufgezeichnet umfasst. Über Sinn und Unsinn dieser Bonusscheibe kann man streiten, Hardcore-Sammler wird aber wohl eher der zusätzliche Track „Thor arise“ von der 1993er Demo interessieren, der hier neu aufgenommen wurde und zeigt welche Energie und Kraft Amon Amarth ohne melodischen Einschlag als reine Todesblei-Maschine abgegeben hätten. Definitiv ein nettes Gustostückerl. Was die Stellung von „Avenger“ in der Diskographie der Schweden anbelangt, so gibt es viel Licht, aber auch einigen Schatten. Immer wieder gern gehört sind stimmungsvolle Nummern wie „The last with pagan blood“, „Bleed for ancient gods“ oder „Metalwrath“, der mit über sieben Minuten Zu Buche schlagende Titeltrack weist aber z.B. deutliche Längen auf. Ein Manko, das Reibeisen Hegg & seine Mannen erst etwas später auszubügeln wussten. Nichtsdestotrotz hat Metal Blade hiermit für Neulinge im Vikinger-Kosmos ein nettes Einsteigerpaket geschnürt.

Anspieltipps:

  • Thor Arise
  • Metalwrath
  • The Last With Pagan Blood

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