Poison The Well - The Tropic Rot - Cover
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Poison The Well The Tropic Rot


  • Label: Hellfest/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Exist Underground“ eröffnet das inzwischen fünfte Album „The Tropic Rot“ der experimentellen Post-Hardcore-Band Poison The Well mit dem tiefen Gebrüll von Jeff Moreira über einem rauschendem Mid-Tempo Riff, bevor der Song gedrosselt wird und der Sänger in geschleppten, teilweise psychotisch anmutendem Gesang verfällt. Es ist eine der großen Stärken des Albums, für dessen Aufnahmen die Band erstmals seit „Tear From The Red (2002) wieder in der Heimat Florida blieb: Die Übergänge von harten zu melodischen und getragenen Passagen. Düster und depressiv wirken die Songs mit Strukturen, die man beim ersten Hören noch nicht zwingend durchschaut hat.

Nach wie vor verlangen Poison The Well viel Aufmerksamkeit vom Hörer, sind anstrengend und alles andere als Easy-Listening. Hier wird zwar nur selten gemosht – dafür werden aber sauber durchdachte, größtenteils im mittlerem Tempo angesiedelte Songs präsentiert, die auch gerne mal ausrasten dürfen („Celebrate The Pyre“), aber Wert auf eine düstere und beklemmende Atmosphäre legen. Wie zum Beispiel das sich langsam steigernde, vom schrammelnden Bass getriebene „Pamplemousse“, in dem auch psychedelische Sounds zu hören sind. In eine ähnliche Kerbe schlägt das mit Latino-Klängen spielende „When You Lose I Lose as Well“.

So finden Poison The Well eine angenehme Balance in ihren Songs, halten jedoch immer die Anspannung hoch; die Songs winden und drehen sich zu Boden, bäumen sich auf, nur um im nächsten Moment in einem tiefen schwarzen Loch zu verschwinden. Gitarrist Ryan Primack bringt es auf den Punkt: „It's not a concept record in that there's a storyline, but I do think that writing here in Florida and rehearsing six days a week in a cramped, oppressive sweatbox the way we did absolutely affected the way the music feels.“ Klaustrophobisch, schwerfällig, düster und zeitweilig brachial ist „The Tropic Rot“. Ein rundum gelungenes, wenn auch anstrengendes und höchst labiles Album – nichts für schwache Nerven.

Anspieltipps:

  • Cinema
  • Pamplemousse
  • When You Lose I Lose as Well
  • Celebrate The Pyre

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