Torben Möller-Meissner - Volle Leere Ferne Nähe - Cover
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Torben Möller-Meissner Volle Leere Ferne Nähe


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Rantanplan kann man durchaus als musikalische Wegbereiter der gegenwärtig schon beinahe zu sehr akzeptierten deutschsprachigen Pop-Rockmusik betrachten. Lange vor den aalglatten, aussagelosen und nach Schema-F jaulenden Retortenbands wie Silbermond, Juli oder Revolverheld hatte die Band um ihre Gründungsmitglieder Torben Möller-Meissner, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff eine Vision von guter Musik- mit deutschen Texten.

Letztere spielen jetzt schon seit Jahren erfolgreich zusammen bei „Kettcar“ während der Frontmann der heute immer noch bestehenden „Rantanplan“ Möller-Meissner (im folgenden MM) mit „Volle Leere Ferne Nähe“ nun sein erstes Solowerk veröffentlicht. Und auch wenn MM auf seinen 13 neuen Songs den Fuß leicht vom akustischen Gaspedal nimmt. Seine Texte handeln in bester Rantanplan’scher Manier, von alltäglichen Themen wie Politik, Religion, Gesellschaft- und jederzeit mit einem oder auch zwei zwinkernden Augen zwischen den Zeilen. Das Ergebnis sind 35 Minuten Liedermacherei, die sich jedoch aufgrund ihrer Passion zu gedrosselten E-Gitarren eher im musikalischen Dunstkreis eines Bruce Springsteen, Joseph Arthur oder dem jungen Dylan bewegen, als im rein akustisch gezupften Reinhard Mey-Millieu.

Minimalistisch instrumentiert, eng und knapp arrangiert erzählt MM seine Sicht der Dinge. Kurzweilig und ohne Gefahr einem melancholischen Songwriter-Dilemma zu erliegen. So zieht der Opener „Graue Hölle der lebenden Toten“ mit seinem Mundharmonika geschwängerten Olli-Schulz-Rhythmus sofort in seinen Bann („Goldener Widder“, „Weg“). Ausgezeichneter Liedermacher-Punk wie auf dem kratzig-eckigen aber dennoch irgendwie eingängigen „Mückenstiche Ende November“ („Revolution & Rock“), dem ruhig-balladesken „Hallo, Hure Hamburg“ („Meine Liebe Stirbt“) oder auch dem fetzig-akustischen „Windstill“ („Leuchtturmsturmnacht“).

„Maria trinkt zu viel Sangria und singt seltsame Lieder über Tansania“- wer solche Texte schreibt kann eigentlich nur gewinnen! Torben Möller-Meissner überzeugt auf „Volle Leere Ferne Nähe“ mit schrägen Geschichten, sarkastischen und zynischen Momenten sowie punkigem Songwriter-Sound, der ganz im Zeichen eines von Rantanplan und But Alive geprägten und deshalb auch so wohltuenden Musikschaffens steht.

Anspieltipps:

  • Graue Hölle der lebenden Toten
  • Mückenstiche Ende November
  • Hallo, Hure Hamburg
  • Goldener Widder
  • Weg

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