Frank Turner - Love, Ire & Song - Cover
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Frank Turner Love, Ire & Song


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stärke Turners liegt in den Tracks, die sich des Folk-Elements bedienen.

All Hail to the Re-Releases! Der Rock-Songwriter Frank Turner steht kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Albums „Poetry Of The Dead” beim neuen Label Epitaph. Damit der Goldjunge noch schnell einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, hat sich das Label kurzerhand entschlossen sein letztes Output „Love, Ire & Song“ auf den Markt zu werfen. Der erste Eindruck ist schließlich meist der Wichtigste und man war schließlich mehr als nur überzeugt von seinem Material. Die Mischung aus Akustik und Rock, aus verspielten folkigen Arrangements und einfacher Rocksprache. Frank Turner scheint einer dieser vielen Jungen mit Gitarre zu sein.

Der Albumtitel wird gleich vom Opener aufgenommen und verarbeitet. Lieblich klingt es, irisch könnte es sein und ein Song ist es ja sowieso. Gemütlicher Rhythmus und warmer Gesang ergibt Folk der feinen Sorte, der zum Ende sogar Rockeinfluss erleben darf, der zuckersüß und doch kraftvoll aus den Boxen hallt. Diese Art von Musik hört man gerne immer und überall. Ein wenig zu hymnisch ausgerichtet, wie schon das neue Album von Green Day, aber wenn man es richtig macht. Alles sieht nach einer Dreiviertelstunde Sonnenschein aus, so wie auch das zweite Stück „Reasons Not To Be An Idiot“ klingt. Dieses ist allerdings zu flach und klingt ein wenig lieblos.

Die Stärke Turners liegt in den Tracks, die sich des Folk-Elements bedienen, wie sich im anschließenden „Photosynthesis“ zeigt. Ein Partylied der besten Sorte. Mitreißend und obgleich man trinkt, spricht oder tanzt. Die Laune wird ordentlich angeheizt durch die Mischung aus Folk und der eindringlichen Stimme des jungen Sängers. „Substitute“ ist der Anfangsnummer ähnlich, nur dass das große Crescendo diesmal ausfällt. Und wenn wir schon bei Balladen sind, bietet sich „Better Half“ (der Titel spricht Bände) noch gleich mit an. Der Nummer fehlt ein wenig an Elan und das grande finale klingt dann ein wenig sehr konstruiert. Nichtsdestotrotz macht es Spaß, Turner zuzuhören.

Der Titeltrack ist nahezu eine Kopie von „Better Half“, nur funktioniert das Prinzip hier eine Spur besser, da der Ausklang um einiges gelungener erscheint. Seiner Rockader nachgebend, wird die Schlagzahl ganz plötzlich mit „Imperfect Tense“ in die Höhe getrieben. Das ist ein guter Aufwecker, nur überzeugt das kompositorisch nicht ganz so. Ganz im Gegenteil dazu „To Take You Home“, welches beinah wie ein epischer Marsch funktioniert in Verbindung mit einer Brit-Pop-Ballade. Sehr gelungen. Danach funktioniert auch Punk wieder viel besser! „Long Live The Queen“ tischt zwar vor Süße nur so triefende Refrains vor, doch die Strophen sind toll vorgetragen und Akustik-Punk macht auch gegen Ende des Jahrzehnts sehr viel Spaß. Da darf die Technik voranschreiten, wie sie will.

Der erste Rausschmeißer ertönt dann in Form von „A Love Worth Keeping“. Der Titel verrät schon, dass es sich um eine Ballade handelt. Diese arbeitet mit Höhen und Tiefen, Streichern und einem mächtigen Schrei Turners, bevor „St. Christopher Is Coming Home“ die Laune wieder hebt und zum letzten Anlauf einlädt. Spätestens bei den (nüchternen) La-La-Las zu Ende des Tracks ist die Betriebstemperatur wieder erreicht. Sich zum endgültigen Abschluss seiner britischen Wurzeln zu verneigen, vergisst Frank Turner natürlich auch nicht und so ist „Jet Lag“ das, was man auf jeder Singer/Songwriter-Platte der Insel erwartet. Nur Piano, ausdrucksvoller Gesang, viel Pathos und Balladenfeeling, dass die Kerzen von alleine angehen und der Rotwein sich von selbst eingießt. So endet ein durchaus spaßiger Output pathetischer, als es vielleicht gepasst hätte (was sagt uns das Kommentar am Ende des Songs „that was the one“?), doch da der Großteil der Hörer bei diesem Song streichzart wie Butter im August wird, sei es vergeben und der Vorgeschmack den uns Epitaph auf den neuen Sprössling gibt, macht Appetit auf mehr und so hängt die Messlatte für „Poetry Of The Dead“ nicht gerade tief. Prost.

Anspieltipps:

  • I Knew Prufrock Before He Got Famous
  • To Take You Home
  • A Love Worth Keeping

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