Magnolia Electric Co. - Josephine - Cover
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Magnolia Electric Co. Josephine


  • Label: Secretly Canadian/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Magnolia Electric Co. Schon der Name hat was erwartungsvolles, melancholisches und geheimnisvolles an sich. Jason Molina und Band präsentieren auf „Josephine“ ungekünstelten und charmant-schwermütigen Indie-Folk, der ohne Umwege und äußerst zugänglich in der Luft mitschwingt.

Das neuste Werk des Songs:Ohia-Masterminds schleicht sich nicht nur aufgrund des einprägenden und gefühlvollen Gesangs von Molina, sondern auch aufgrund der Erkenntnis, dass man es hierbei mit dem Tribut an den verstorbenen Bassisten der Band und Rogue Wave-Mitglied Evan Farrell zu tun hat so vehement ins Gehör. Vielleicht klingen die neuen Songs auch deshalb so tiefmelancholisch und lassen eben jenen persönlichen Verlust in jeder Note eindrücklich nachhallen. Elegisch kriechen die Lieder unter die Haut und sind aber nicht ausschließlich dunkel euphorisch sondern irgendwie auch hoffnungsvoll beseelt. Bereits der pianogeleitete Einstieg in „O! Grace“ lässt nach wenigen Takten in eine Welt aus Indie, Folk und Country eintauchen, die auch im Sommer ein Gefühl von Herbstmelancholie herbei zu musizieren vermag.

Der erste traurig-packende Höhepunkt „Josephine“ malt audiale Bilder mit Hilfe des klagenden Molina-Timbres und einer Melodie die sich in ihrer Intimität zu verlieren scheint. Auch das folgende „Shenandoha“ und der harmonisch-mehrstimmige Gesang eines „Whip-Poor-Will“ trifft den Hörnerv an den richtigen Stellen und fasziniert aufgrund der atmosphärischen Verdichtung jener Stücke. Immer wieder reißt Molina Genregrenzen ein, z.B. wenn es auf „Handing Down“ düster und vergleichsweise hart zur Sache geht, „Little Sad Eyes“ mit der Hammond-Orgel jazzige Elemente eingeimpft bekommt oder sich auf „Shiloh“ balldesk ruhige und rockig-laute Passagen gekonnt abwechseln.

Wer sich bei der Musik von Antony & The Johnsons, The National oder My Latest Novel gut aufgehoben fühlt, der wird an „Josephine“ nicht vorbeikommen können. Magnolia Electric Co begeistern mit einem dunkel-schwermütigen, akustischen Ausflug, der zu dem häufig Gitarren-gehetzten Indierock unserer Tage eine willkommene wie auch beeindruckende Abwechslung bietet.

Anspieltipps:

  • Josephine
  • Whip-Poor-Will
  • Hope Dies Last
  • Shiloh

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